31. März 2013

„Welt des Ninragon“, die Siebte, Sonntag


Heute zum Sample-Sunday gibt es den letzten Textausschnitt der Ninragon-Woche.
Der heutige Auszug führt uns an den zeitlich am weitesten von der Ninragon-Trilogie entfernten Punkt in diesem Kosmos, in die ferne Zukunft.
Viel Spaß beim letzten Kurztext.

Er kam aus der Wüste mit einer Jeans am Arsch, einem T-Shirt auf den Rippen, dem alten Armeemesser an der Hüfte und dem Shaft-Schwert auf dem Rücken. Den Rest konnte man getrost vergessen: Ein paar fadenscheinige Sneakers, die fast ihre Sohle verloren, ein paar Scheine, eine Kreditkarte in der Tasche, die im Moment und an diesem Ort den Namen nicht verdiente. Das Ti war irgendwann mal weiß gewesen, jetzt war es verdreckt und zerfranst, die Jeans war nicht mehr fabrikneu zu nennen, aber es war seine Jeans. Nur das Shaft-Schwert: Es war ein 85Bi-Standardmodell, aber nach den Jahren lag es ihm in der Hand, wie es bei einer Maßanfertigung von Shikuzi nicht hätte besser sein können.
Er war diesmal sehr lange in der Wüste gewesen und hatte der Einsamkeit so lange ins Auge gesehen, dass die Steine angefangen hatten, zu ihm zu sprechen. Die ferne Bergkette des Hengist Ridge hatte den rechten Rand seiner Welt begrenzt; er hatte sich bemüht, ihr fern zu bleiben, und hatte seine Schritte, sobald ihre grauen Grate am Horizont emporragten, wieder tiefer ins Herz der Wüste gelenkt. 
Es hatte eine lange Zeit gebraucht, aber dann hatte er nachdem er, einmal in der Wüste war, nichts mehr gefühlt als die Hitze, die vom Himmel wie eine Sturzflut auf ihn herabstürzte, und die kompakte Trockenheit der Erde, auf der er wanderte wie auf dem vergilbten und zerschrundenen, weit aufgespannten Fell einer titanischen Trommel. Er hatte angefangen auf sich selber zu schauen, wie man auf eine Wand oder einen Felsen schaut – eine Barriere, die weder Schemen noch Licht hindurch lässt, glatt und kalt und eben – mit gleichgültigem und fühllosem Blick, und so war er lange Zeit zufrieden gewesen. 
Gute Dinge dauern nicht ewig, das war das bekannte Problem. 
Die Sonne brannte seinen Geist aus wie Flaschen hochprozentigen klaren Fusels, doch sie brannte lange und sie brannte stark; sie brannte so unablässig, dass seine zufriedene Betäubung porös wurde und Löcher bekam. Und irgendwann war ein Tag gekommen, an dem die Wand, auf die er bisher mit trostreicher Gleichgültigkeit geblickt hatte, sich auftat und er hindurchging.
So kam Dog Jamison aus der Wüste herausgestolpert, weil er wusste, dass diese Zeit zu Ende war und dass sie ein Ende haben musste. Doch viel mehr wusste er nicht.

Und hier fängt alles an: http://amzn.to/QhC6dz



30. März 2013

„Welt des Ninragon“, die Sechste, Samstag


Wieder ein Textausschnit, der relativ zeitnah an der Ninragon Trilogie liegt. Diese Szene spielt fünf Jahre nach dem Ende des dritten Bandes "Ninragon 3: Der Fall der Feste".
Hier gehen wir:

Ein Schlag ging durch das Gemäuer. 
Danak spürte den Boden unter ihren Füßen schwanken. Ein Donnern wie der Schlag einer gigantischen Pauke.
Einer der Pfeiler vor ihr barst und brach in einer Lawine aus Ziegeln in sich zusammen. Khrival hielt sie, fast wäre sie gestürzt. Steinbrocken und Schutt rieselten von der Decke auf sie herab. Schleier von Staub verdeckten die Sicht.
Dann ein weiterer Schlag, diesmal schwächer. Als knirsche eine Ramme durch Mauerwerk. Hinter den Staubschleiern brach etwas polternd und grollend zusammen, etwas anderes, eine wuchtige Gestalt, durch den Trümmerdunst nur in schemenhafter Andeutung zu erkennen, kam näher. 
Ein knapper Blick umher. Histan war ebenfalls heran, mit ihm ein weiterer aus der Milizgarde; sie beide, genau wie Khrival starrten auf das, was sich ihnen da durch Wolken von Staub und Schutt näherte.
„Was zur Hölle …?“, hörte sie Khrival keuchen.
Aus Nebel und Schatten erhob sich eine mächtige, ungeschlachte Gestalt. 

Und hier fängt alles an: http://amzn.to/QhC6dz

29. März 2013

„Welt des Ninragon“, die Fünfte, Freitag


Der heutige Textausschnitt führt uns wieder zurück in die Zeit 300 Jahre nach der Ninragon-Trilogie.
Hier gehen wir:

Das dröhnende Brummen wurde lauter und schien von den Bergen hinter dem Kastellarium her den ganzen Himmel zu füllen. Krähe blieb starr, wie angewurzelt dort stehen, wo er war, und schaute gebannt in Richtung des sich türmenden Klotzes, und schließlich kam auch die Quelle des Geräusches in Sicht. Ganz langsam und allmählich zuerst eine Spitze, dann ein ganzer Bug, schob es sich über die Kante des Kastellariums und thronte schließlich schwer und massig in der Luft, verdeckte den Ausblick auf den Himmel mit der Größe seiner stählernen Gestalt.
Das Träger-Frachtschiff der Duerga war gekommen, mit seiner regelmäßigen Frachtfuhre aus dem Norden her. Es brachte die stählernen Erzeugnisse seiner Herren aus der Region hinter und unter den Bergen der nördlichen Drachenrücken. Gewaltig und majestätisch kam schließlich seine volle Masse von jenseits der Kammhöhen und des Karnatheser-Kastellariums in Sicht: der titanische Doppelrumpf mit jeweils einem plumpen Bug, der einem aufrechten Axtblatt glich, jeder für sich fast wie eine Ramme, dann das Trägerwerk dazwischen, in das, neben den riesigen Frachtbunkern, auch andere Luftschiffe, große und kleine, sowie Land- und Wassergefährte eingeklinkt waren. Getragen wurde dieses Trägerschiff von der Kraft von vier starken Levitator-Genien, angetrieben vom Kern zweier Donandrom3 Motoren-Genien aus den Ätherkammern und Laboren der Karnatheser-Gilde, gefasst in einen Stahlkern, der hoch im Norden von den Duerga gefertigt worden war.

28. März 2013

„Welt des Ninragon“, die Vierte, Donnerstag


Heute gibt es sogar zwei Textausschnitte.
Gleiche Zeit, gleicher Ort wie gestern. Die Gegenwart. New Zion, eine Metropole an der amerikanischen Westküste und die benachbarte Noheva-Wüste.

Er war vor die Tür des Gebäude getreten, auf den asphaltierten Platz hinaus und blickte hinauf zum Himmel.
(…)
Papierfetzen wehten über Gras, Gestrüpp und gesprungenen Asphalt. Die Zeit war für einen Moment wie eingefroren, die Luft wie erstarrt und von einem fahlen, elektrischen Glühen erfüllt; man glaubte den Staub, der auf ihr trieb, knistern und knacken zu hören.
Ein Streifen blaudunkel ausblutenden Glühens zeichnete scharf die Umrisslinie der Gebäude, die sich ringsumher niederkauerten, als sei es tiefe Nacht. Weiter oben hatte fahler Dämmer allen Hintergrund überzogen und sog noch immer mehr Dunkelheit in sich hinein. Das Licht war vom Himmel über New Zion ausgelöscht worden, von Schwaden und Schichten flackernden, düster glimmenden Sepias verhängt. Wo vorher sichtbar die Sonne gestanden hatte, sah es nun aus, als scheine das fast erstickte Glosen einer Kerze durch die roh aufgespannte Haut eines Kadavers.
Etwas Merkwürdiges ging dort am Himmel über New Zion vor.

Er sah in den Sphärenraum, mit den Augen des Raben, suchte ihn nach Möglichkeiten ab, formte einen Bann, mit Organen, die er als die seinen spürte, webte die wahrgenommenen Phänomene in ein kalt glitzerndes Eiskristall komplex verflochtener Hexagonal-Glyphen und ließ sie los.
Flammenschnüre zuckten rings um ihn durch das Knäuel der Angreifer hindurch und loderten hoch. Schrilles Luchsfauchen kam aus Calibankehlen, als sie überrascht zurückschreckten und versuchten dem peitschenhaft umherspringenden Netz auszuweichen. Schweflig züngelnde Lichtpfeile stachen dennoch auf sie ein, bohrten sich durch Rüstungen und Fleisch; Flammenrachen schnappten nach ihnen und verbissen sich sengend in sie.
Richards Bann fuhr unter sie, und er sah die Welle ihres Angriffs zurücktaumeln und zerbrechen.

Und hier fängt alles an: http://amzn.to/QhC6dz

27. März 2013

„Welt des Ninragon“, die Dritte, Mittwoch


Ein weiterer Zeitsprung. In die Gegenwart. Ninragon und die Verlorenen Hierarchien sind im Jetzt und in unserer Welt angekommen.
Hier gehen wir:

Er erinnerte sich, einmal eine Frau gehabt zu haben, ein Kind, einen Sohn. An die Bettgerüche am Morgen, die Spuren von warmem, atmenden Menschenleben. Er erinnerte sich, wie es war, diese Menschenleben in den Armen zu halten, durchs Haar zu raufen, die Wärme der Wangen, des Körpers zu spüren und all die kleinen Ausdünstungen eines Lebens einzuatmen. Er wollte es auch jetzt, wünschte es sich mehr als alles andere in der Welt, wollte es an sich drücken, in sich aufnehmen wie eine wertvolle Duftessenz, seinen Körper damit sättigen und es nie mehr loslassen.
Er erinnerte sich daran, wie er vergaß. Wie diese Präsenz, die andere Persönlichkeit seine alte zuweilen ganz verdrängte, bis für den Moment nichts mehr, nicht die kleinste Spur der Erinnerung in ihm übrig blieb. So dass er das, was er einmal war, was er noch immer war, kaum noch spürte. In solchen Zeiten war ihm, als würde er im Grenzgänger ertrinken.
Er erinnerte sich, dann schließlich, dass er ohne den Grenzgänger tot wäre.
Da waren Detonationen laut wie Kanonenfeuer, doch sprangen sie aus der Hand von Menschen. Da waren trocken knatternde Böllerketten, von denen jeder Schlag so laut war, dass er wie ein Hammer in den Magen fuhr. Schlangenzungen aus Blei durchsiebten die Luft, die schwer von Feuer war. Feuer kroch über den Rand der Welt und nahm ihn auf, und das spuckende Ding in seinen Händen ratterte immer weiter. Während er langsam von dem Ort fort ging, durch das Feuer hindurch, das sich wie ein Tunnel vor ihm teilte, weg von dem Lärm und dem Schmerz und all dem Gewühle, auf einen ruhigeren, schattigen Ort hinter dem Feuerring zu, trat plötzlich dieser Mann zu ihm. Es schien ihm, dass er geradewegs aus den Schatten trat, dass sie ihn enthüllten wie Schleier, die Stück für Stück von einem Wind erfasst und beiseite getrieben wurden. Der Mann aus den Schatten mit dem schwarzen Hut und dem langen schwarzen Mantel trat zu ihm und sagte ihm, dass es noch nicht vorbei sei. Er flüsterte ihm seine Geheimnisse zu, sie entfalteten sich in seinem Ohr wie Spinnweben, eins nach dem anderen, und der Mann aus den Schatten gab ihm, schließlich, die beiden Waffen, silbern und gnadenlos, jede mit der gleichen Schrift in den Lauf geprägt: NUNTIUS .50.

Und hier fängt alles an: http://amzn.to/QhC6dz

26. März 2013

"Welt des Ninragon", die Zweite, Dienstag



Heute machen wir einen Zeitsprung von 300 Jahren.
Wie sich die Anwendung der Magie in diesen 300 Jahren nach dem Ende von Ninragon weiterentwickelt hat, kann man im heutigen kurzen Ausschnitt lesen.
Hier gehen wir:

Er war ein Kadermagier gewesen. In den Kyprophraigenkriegen.
Sie hatten ihn in den Mykaivor-Kessel geschickt, seinen Familiar aufgerüstet auf den letzten Stand, seinen Kodex bestückt mit den höchstentwickelten Hexagonal-Bannen, die es zu dieser Zeit gab. Er war hochmotiviert und voller Patriotismus hineingegangen, wie all die anderen gut ausgebildeten kleinen Jungs mit ihm. Er war dann im Dreck und im Sphärenfeuer verzweifelt und dabei ein bisschen verrückt geworden. Wie all die anderen.
Er hatte das Pech, mit seinem Kader in eines der schlimmsten Gefechte dieses Krieges zu geraten. Fast alle seiner Einheit waren dabei draufgegangen. Fast wäre auch er mit ihnen verreckt. Die gegnerischen Kader waren zu stark, ihre Banne brannten ohne Rücksicht auf irgendeine Ableitung der Sekundär- und Tertiäreffekte einfach alles weg. Die Äthersphären waren davon verseucht und die noch offenen Ätherstrata, in die sie sich dabei hinauswagen mussten, wurden sumpfig und instabil und wimmelten von Werlichtern und Nukhrand-Nau‘-Zeichen. Er war verzweifelt gewesen, am Ende, kurz davor, von den feindlichen Magiern niedergemäht zu werden. 
So hatte die sich durchkämpfende Truppe, die Verstärkung durch Kader aus Karnatheser-, Hirion- und Senphoren-Magiern brachte, ihn angetroffen, von Feinden umringt, waidwund und bereit jede verzweifelte, verrückte sich ihm bietende Möglichkeit zu ergreifen. Und sie hatten ihn in diesem Moment, in diesem extremen Zustand etwas tun sehen, was sie nicht sofort begriffen hatten. Weil es unmöglich war.

Und hier beginnt alles:
http://amzn.to/QhC6dz


"Welt des Ninragon", die Erste, Montag




In dieser Woche will ich ein paar Schlaglichter auf die Welt des Ninragon jenseits der Roman-Trilogie werfen, will ein wenig von dem Panorama zu zeigen, das ich mit den Folgeromanen aufspannen will. Der Bogen spannt sich aus archaischen Zeiten über unsere Gegenwart in eine ferne Zukunft.
Der Textausschnitt, den ich heute präsentiere, relativ zeitnah zur Ninragon Trilogie. Die Szene spielt fünf Jahre nach dem Ende des dritten Bandes "Ninragon 3: Der Fall der Feste".
Hier gehen wir:

Var’n Sipach traf sich mit dem Magier hinter den schweren, dunklen Isokrit-Wänden des Konsil-Gelasses, wo dieser zuvor mit dem Großen Bildnis konferiert hatte. 
Um diese Kammer im Herzen des Herrschaftstraktes auf dem Engelsberg zu installieren, waren die Decken des ehemaligen Parlamentsgebäudes durchbrochen und die Wände angepasst worden. Entstanden war ein von der Grundfläche her quadratischer, enger, Schacht, nur beleuchtet durch die Bleichlicht-Röhren weit über Kopfhöhe in den dunklen, körnigen Isokritsteinplatten. Die verstreuten metallischen Einschlüsse und vereinzelten Edelsteinablagerungen fingen deren Licht ein, so dass in ihrem Lichtkegel die Gesteinsflächen erschienen wie ein Sternenhimmel in einer kalten Winternacht.
Er und der Magier trafen sich beide im Angesicht des von Runen- und Mosaikbruchstücken durchzogenen, gespaltenen, weit mehr als mannshohem Steinantlitzes, dass nun wieder starr und regungslos war. Dieses Ankerartefakt des verzweigten Geistes war auf Kyprophraigenpfaden nach XXXX verbracht worden, so wie auch einige andere Dinge von Wert und einer gewissen Sperrigkeit. Der Magier hatte darauf bestanden, sich an diesem Ort mit ihm zu treffen, da das Konsil-Gelass innerhalb der Grenzen von XXXX wohl der am besten abgeschirmte Raum war, zum einen wegen der dicken Isokrit-Platten, zum anderen weil von dem Geist, auch wenn er wie jetzt in den Artefaktstupor versank, noch immer eine starke, neutralisierende Wirkaura ausging.
„Wir sind beunruhigt“, kam die Stimme des Birgenvettern unter der Knochenkappe hervor, die beinahe sein ganzes Haupt bis hin zum Mund verbarg. 

http://amzn.to/QhC6dz


19. März 2013

A Town called Epic

Richard und Joe hängen im Saloon ab. Ich setze mich dann mal dazu und schau mal, ob das Bier in diesem Kaff hier was taugt. 
http://www.richardkmorgan.com/news/982/grim-dark-and-straw/
Irgendjemand dran interessiert, ein deutsches Chapter zu gründen? 
Würde nicht schaden, das zerfetzte Banner der "realistischeren" Seite der Fantasy über dem Schwarz, Rot und Gold flattern zu lassen. 
Aber … Grimdark ist ein dermaßen bescheuertes Label. So einen Quatsch lasse ich mir garantiert von niemandem verpassen. 
Gritty Fantasy? Das fasst es auch nicht. Es ist eben nicht alles nur gritty. In anderen Genres oder der sogenannten Mainstream-Literatur wäre es einfach nur Business as usual und niemand würde einen großen Aufstand drum machen. Wenn ich mich an die Kriegsszene aus "Schnee der auf Zedern fällt" erinnere … Aber niemand würde diesen Roman als "gritty" oder gar (ich rolle die Augen zum Himmel) "Grimdark" bezeichnen.
Weiß irgendjemand einen besseren Begriff für Fantasy, die nicht schwarz-weiß malt und nicht verklärt, formelhaft oder unrealistisch ist? 

17. März 2013

Humor-Challenge mit Katja Piel


Diese Woche habe ich mir mit Katja Piel auf Facebook eine Humor-Challenge geliefert.
Jeder von uns sollte eine Woche lang jeden Tag einen humorvolle Schnipsel aus seine Büchern einstellen.
Um das ganze auch aus dem ephemeren Medium Facebook auf meine Seite zu übertragen, dokumentiere ich hier einfach mal das Ganze.
Katja, es hat einen ungeheuren Spaß gemacht. Es war mir ein Vergnügen. Die erste Staffel von "The Hunter" ist als Sammelband bei dotbooks raus. Günstige Gelegenheit in die Geschichte einzusteigen. Alle Episoden und noch Extras zum günstigen Preis.
Und los geht's!

Montag

Katja Piel


HUMOR: 
Aus Medinas Fluch (Episode 1) - THE HUNTER - Staffel 1

„Genau das hat Granny mir noch erklärt und jetzt halt dich fest, Med. Du bist eine Jägerin.“ Seine Stimme klang triumphierend, so dass Medina laut losprustete.
„Rehe oder Wildschweine?“, fragte sie belustigt.
„Haha, witzig!“ Er klang beleidigt.

Die kostenfreie Auskopplung kann bei Interesse hier geladen werden: 


Meine Wenigkeit


Ich nehme den Challenge-Handschuh von Katja Piel zur Humorwoche auf. Obwohl das schwer wird, da meine Sachen ja als grimmig, düster und gnadenlos verschrien sind.
Hier gehen wir:
Humorwoche Teil 1

Aurics Blick kehrte zu seinen Gefährten zurück, und er sah, wie sie ebenfalls gebannt und mit in stummem Schrecken geöffneten Mündern zum düsteren Umriss der Festung hoch starrten.
Auric lehnte sich nahe zu Jag neben ihm hin.
„Hast du Angst?“, wisperte er ihm zu.
„Scheiße, hast du‘n Hirnschaden?“, flüsterte der zurück. „Natürlich hab ich Angst. Ich piss mir in die Hosen.“
„Das meinst du metaphorisch.“
„Fuck, nein! Ich hab keine Ahnung von metadingsda, ich hab nicht so viele Bücher gelesen wie du. Ich kann's nur auf die gute altmodische Art.“

Dienstag

Katja Piel


HUMOR: 
Aus "Medina und die tanzenden Vampire" - THE HUNTER , Staffel 1, Episode 2

„Ich will gar nicht lange erzählen, nur so viel: Ich bin von mehreren Vampirinnen gebissen worden und eine hat mich verwandelt. Hört sich total schräg an, oder? Aber so war es. Als ich wieder wach wurde, lag ich in meinem Auto, das in der direkten Sonne stand, und mir ging’s so schlecht wie noch nie in meinem Leben. Weil ich nicht wusste, was ich machen sollte, bin ich hierher gefahren und habe mich unter deine Kellertreppe gelegt. Bin ich jetzt tot, oder was?“ Aus diesen unglaublichen Augen blickte er sie an und sie zog nur die Schultern nach oben.

„Tja, woher soll ich das wissen? Seh ich aus wie eine der Gören, die Twilight und Vampire Diaries aus dem FF kennen?“, schnappte sie kurz und stand auf. „Vielleicht hast du einfach nur Drogen im Drink gehabt, vier Nutten haben mit dir gevögelt und du hast rosarote Elefanten gesehen. Komm, wir gehen rein und du schläfst deinen Rausch auf der Couch aus, okay?“

Ausschließlich im Sammelband mit den Episoden 1-6 oder im kompletten Sammelband. 



Meine Wenigkeit


Humor-Challenge 2:
Hallo, Katja Piel TheHunter, manchmal ist mein Humor etwas grimmig.
Okay, hier kommt also Humor/die Zweite:

Popesku trat noch ein wenig näher an sie heran. Er grinste breit.
„He, Mädchen, Domani-Chick, hab dich nicht so. Was ist daran so schlimm? Unter meiner Hand hat sich noch keine beschwert.“ 
Sagte es und – dafür musste er sich leicht herabbeugen – legte ihr die offene Hand in den Schritt. Sie trat nicht zurück, sackte auch nicht, wie er es vielleicht erwartet hatte, der Hand ausweichend zusammen, sondern blickte ihm, seine Hand in ihrem Schritt, ungerührt in die Augen, die jetzt auf gleicher Höhe mit ihren waren.
Und drosch ihm mit Kraft eins auf die Nase. Knirschen unter ihrer Faust.
Jetzt erst trat sie einen Schritt zurück, um ihm Platz zum Fallen zu geben und dem Blut auszuweichen, das zwischen Popeskus Händen hervorsprudelte. Sie drehte sich auf dem Absatz um, während alle bis auf Grossi an dem Tisch aufsprangen, und warf im Weggehen einen Blick über die Schulter.
„Sah für mich aus, als hätte er nach Cochones gesucht. Dem Mann konnte geholfen werden.“
Sie war die Jungenspiele bis zum Erbrechen leid.

Mittwoch

Katja Piel


HUMOR: Dämonenblut, 3. Episode nur im Sammelband erhältlich!

„Med! Hör auf! Lass den Schwachkopf doch glauben, an was er will, aber schütte ihm doch nicht dein ganzes Herz aus“, ertönte Ross Stimme glockenhell an ihrem Ohr. Wut erfasste sie und sie knirschte mit den Zähnen.
„Verflixt noch mal, Ross. Du bist zwölf Jahre alt und ich zwanzig. Halt endlich deine verfluchte Klappe, okay?“



Meine Wenigkeit


Humor-Challenge 3
Ich durfte ja gestern schon verkünden, dass mein Humor manchmal etwas grimmig ist (und vielleicht deshalb an vielen Stellen von einigen Leuten gar nicht als Humor erkannt wird) bzw. sich eher aus dem Kontext erschließt.
Nachdem die erste Textstelle aus "Ninragon" kam, die gestrige aus "Hyperdrive" heute wieder ein Beispiel aus "Ninragon". Ich habe ein bisschen "Fleisch" um den Gag gelassen, damit er sich erschließt. 
Hier gehen wir:

In der Regel hatte man ihn angesehen, eingeordnet und ihm nicht einmal eine Chance gegeben, sich selber darzustellen und seinen Standpunkt darzulegen. Er hatte die Wahl zwischen Barbarenjobs oder gar keinen. Außerhalb der ihm durch seine Abstammung ins Gesicht geprägten Rolle, wurde ihm keine weitere Chance zugestanden. 
(…)
Um auf eine der Idirischen Universitäten zugelassen zu werden, musste man bestimmte Bedingungen erfüllen. (…) Dass er in den Kollegien zusammen mit Schülern unterrichtet würde, die viel jünger waren als er, die noch wirkliche Kinder waren, konnte Auric nicht davon abhalten. Wohl aber, dass diese Kollegien zu besuchen sehr viel Geld kostete. Das Auric nicht hatte. So schloss sich der Kreis.
(…)
Er warf einen wehmütigen Blick auf die soeben erstandene Ausgabe der Diegese in seiner Hand. Neben dem ihm ins Gesicht geschriebenen Hemmnis der Abstammung von einem Barbaren – er hätte ihn dafür gleich noch einmal umbringen können – lief alles auf eine einzige Frage hinaus.
Was gab es, das er gut konnte, bei dem seine Abstammung kein Hindernis darstellte und womit man viel Geld verdienen konnte? 

Aurics Schläge schmetterten auf den Schild des Surnyaken herab, hieben tiefe Kerben hinein, Fetzen der Schichten gehärteten Leders flogen durch die Luft. Der Surnyake keuchte auf; sein Schildarm war verletzt durch die Gewalt der Schläge. Ließ den Schild aber nicht sinken. Neigte ihn nur knapp unter dem Ansturm von Schmerz und der Wucht der Schläge, nur für den Moment eines Lidschlags. Diese Sekunde war für Auric genug. Der Bogen seines Schwerthiebs trieb den Schild noch eine Spur weiter zur Seite und spaltete die Schulter des Gegners bis zum Schlüsselbein.

Donnerstag

Katja Piel


HUMOR: Aus Blind Date mit dem Tod (5) - Nur im Sammelband erhältlich

„Oh Fuck! Auch das noch.“ Schnell stand sie auf und rannte den Hügel auf der anderen Seite hinunter, als sie plötzlich vor dem Detective stand. „Hey, so ein Zufall. Detective Wilson!“
„Verarschen Sie mich nicht, Miss Thompson. Was haben Sie hier zu suchen?“ Er nickte einer schmalen, dunkelhaarigen Frau zu, die nun hinter Medina stand.
„Ich war spazieren. Was sollte ich sonst hier machen?“, flötete sie unschuldig.
„Soll ich Sie mit aufs Revier nehmen? Oder mögen Sie mir auch hier sagen, wieso Sie uns beobachtet haben?“
Medina zuckte mit den Schultern und warf einen Blick auf seine Partnerin. Mit einer Geste bat er sie, sich zurückzuziehen. Als sie allein waren, wiederholte er seine Frage.
„Okay. Ich bin ein Freund von offenen Ansagen, Detective Wilson. Ich hatte Sie aufgesucht, weil ich herausfinden wollte, was genau vor zwölf Jahren passiert ist. Inzwischen habe ich mein Erbe angetreten. Ich jage paranormale Wesen, wie es auch meine Granny tat.“ Gespannt ließ sie ihre Worte auf ihn wirken.
„Okay, Miss Thompson. Sie erwarten von mir aber nicht, dass ich Sie jetzt ernst nehme, richtig?“ Seine Stimme klang angespannt und er rieb sich kurz über die geschlossenen Augen.
„Oh doch. Oder was denken Sie, woher ich weiß, was Sie da unten gesehen haben?“
„Was soll das nun schon wieder, Miss Thompson? Wir haben hier zu arbeiten. Gehen Sie weiter spazieren oder was auch immer Sie hier tun.“
„Ziemlich viele Teile, die Ihre Jungs da unten gefunden haben, oder? Ob es ein Mädchen, Frau, Mann oder Junge ist? Der Torso ist noch nicht gefunden. Ebenso wenig der Kopf.“
Der Detective hielt inne und blickte sie ohne Regung an. „Okay, junge Lady. Was soll das hier werden?“, zischte er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.


Meine Wenigkeit


Humor-Challenge mit Katja Piel die Vierte
Heute wieder etwas aus "Hyperdrive":

Kike stand auf, öffnete den Kühlschrank und sah die Auswahl an Packungen mit Fertiggerichten durch.
„Huhn oder Pasta?“, fragte er über die Schulter.
„Was ist der Unterschied?“, fragte Samantha vom Bett aus zurück.
„Haha. Sehr komisch.“
„Ich glaube, es unterscheidet sich durch die Tötungsart, nicht durch den Geschmack. Dem einen wurde die Gurgel umgedreht, das andere wurde totgekocht.“
„Nichts von dem Zeug hier hat einer abmurksen müssen, Sammie. Davon ist nie etwas über eine Wiese gehoppelt.“
„Wer in der Kabine einer Transferstation sitzt soll nicht mit Steinen nach Leben aus dem Bruttank werfen.“
„Beschwer dich nicht, das Zimmer ist ganz okay. Ich bin schon in engeren Kabinen geflogen.“
„Stimmt, Kike, es gibt diese Flüge mit Raumschiff-Fraß, da kommst du die ganze Zeit nicht von der Toilette runter.“
Kike sah sie kurz abwägend an, meinte dann trocken: „Ich finde, Huhn passt zu dir.“ Er wich mit eleganter Beiläufigkeit ihrem geworfenen Kissen aus und schob zwei Packungen in den Wärmeschlitz.


Freitag

Katja Piel


HUMOR
Aus "Der Teufel schreibt E-Mails" - Nur erhältlich im Sammelband

„Gehört das auch in die Stellenbeschreibung eines Mediums? Häuser abfackeln?“ Detective Wilson! Breitbeinig stand er wenige Meter vom Haus entfernt. Alex krallte sich weiterhin in ihrer Hand fest, die sie nun versuchte, zu lösen.
„Alex, lass los!“, schimpfte sie. „Detective Wilson. Schön, dass wir Sie hier zufällig treffen um die Uhrzeit.“ Das Wort zufällig betonte sie dabei besonders.
„Ich bin Ihnen gefolgt und habe das Spektakel von draußen beobachtet, Miss Thompson. Sehr spannend. – Aber darf ich mich zunächst Ihrer Begleitung vorstellen?“, richtete er seine Frage an Alex, dessen grimmiges Gesicht nichts Gutes verhieß.
„Ich bin bereits im Bilde, Detective. Medina und ich haben keine Geheimnisse voreinander.“ Er wirkte konsterniert.


Meine Wenigkeit


Humor-Challenge mit Katja Piel, die Fünfte. Eine Woche voll Humor.
Mein Beitrag für heute. Aus "Hyperdrive: 5 Let's Rumble"
Heute gibt es eines der Beispiele, von denen ich gesprochen habe und das sich am besten aus dem Kontext erschließt d.h. wenn man das ganze Buch bis zu der Stelle gelesen hat und den Zusammenhang versteht. Ich hoffe, es funktioniert trotzdem.


„Nervös?“ fragte Giébra plötzlich.
Samantha sah ihn an. „Klar. Morgen geht es ab, und ich muss mit der Knarre in der Hand durch ein von Soldaten wimmelndes Schiff der UON-Army stürmen. Und ich hoffe, dass die ganze Arbeit, die wir hier machen, dafür sorgt, dass dann mein Arsch zumindest einigermaßen gedeckt ist. Wenn wir überhaupt so weit kommen.
Und du?“, fragte sie zurück.
„Nervös, aber gut nervös. Auf Draht.“
„Bleib auf Draht. Zieh es auf, und zieh es durch. Nur die erste Phase ist für dich brenzlig. Danach hängst du am Draht, musst die Nerven beisammen halten, schnell reagieren, bist aber mit dem Arsch aus der Schusslinie raus.“
„Ich soll euch also den R2D2 machen?“
„Was?“
„Ach nichts. Ein obskurer kulturhistorischer Verweis.“


Samstag

Katja Piel


HUMOR
Aus "Hexensabbat" (Episode 6), nur im Sammelband erhältlich

„Was bist du? Catwomen? Soll ich die Feuerwehr rufen?“ Eine resolute Frauenstimme drang zu ihr nach oben. Es war sie. Der Megavamp.
„Ich … Ich habe meine Katze gesucht“, stotterte Leony und warf noch einmal einen kurzen Blick rüber zu ihm.
„Na klar! Und ich bin Batman. Los, komm da runter oder ich hol dich.“ Mit fester Stimme sprach die junge Frau zu ihr. Es klang aber keinesfalls böse oder argwöhnisch, sondern fast schon sarkastisch nett.


Meine  Wenigkeit


Humor-Challenge mit Katja Piel, die Sechste und vorletzte.
Finden wir Humor-Snuppets für eine ganze Woche in unseren Texten?
Morgen wird es sich zeigen.
Heute ist erst mal Samstag und Samstag gibt's Fußball.
Ein Text aus "NINRAGON" mit etwas "Fleisch" drum rum.
Hier gehen wir:

(…)
Ja, jetzt wo er sie sah, nahm er es wahr.
Es war die ganze Zeit da gewesen, eine aus den Tiefen jenseits der Wahrnehmung drängende Präsenz, die Fundamente der Materie durchsetzend. Die Herrscherin sang ihren dumpfen, Knochen zermalmenden Throngesang.
Wieder überkam Auric die Erinnerung an die verlassene Feste im Norden. Auch jenes Bauwerk hatte gesungen. Aber es war ein tiefer Nachhall aus dunklen Brunnen gewesen. Dieser Gesang hier war näher an der Oberfläche. Vielleicht gingen seine Wurzeln nicht in solch tragende, dunkle Tiefen, aber dieser hier war präsenter und schärfer; er grub sich stärker ins Leben und ins Jetzt.
Mit Macht musste sich Auric vom Anblick der Festung abwenden, so als habe sich ihr Bild an ihm festgesaugt. Er durfte sich nicht von solchen Empfindungen bannen lassen. Er blickte über seine verstreut rastende, abgerissene und zerschundene Schar. Erschöpfung und der Schrecken des vergangenen Erlebten spiegelte sich in ihren Gesichtern. Aber auch Hoffnung, wenn ihre Blicke sich mit seinem trafen.
Er musste diese Leute hier rausbringen.
Es dauerte noch gute zwei Stunden, bis die Sonne sinken würde. Bis dahin konnten sie noch ein gutes Stück Weg entlang des Flusses schaffen.

Kudai saß auf einem Wurzelstrunk und zog sich seine lehmverbackenen Stiefel aus.
„Es ist immer das gleiche“, grinste er. „Hast du Scheiße an den Stiefeln, hast du Scheiße an den Stiefeln.“
(…)


Sonntag

Katja Piel


HUMOR
Aus "Medina und der Vampirkönig" (Episode 7), diese Folge kann man alleine oder im Sammelband kaufen ;-)

Als sie zum Salat griff, verzog sie das Gesicht. Er war bereits ein in sich zusammengefallener brauner Klumpen. Medina zuckte mit den Schultern und knallte die Tür wieder zu, ohne den Salat zu entsorgen. 
„Den solltest du aber wegwerfen, sonst werden auch die anderen Lebensmittel schlecht.“ 
Erstaunt drehte sich Medina um und hob eine Augenbraue. „Dann räum ihn weg, Hexe.“ Sie zwängte sich an ihr vorbei zur Arbeitsplatte und beschmierte vier Brotscheiben, legte die Wurst auf jeweils eine und klappte zwei zusammen. 
„Kannst du mal aufhören, mich Hexe zu nennen? Ich bin Leony, okay?“ 
Medina ignorierte den Einwurf, setzte sich auf die Anrichte und beobachtete, wie Leony den Salat in den Müll schmiss. Herzhaft biss sie in ihr Sandwich. 



Meine Wenigkeit


Humor-Challenge mit Katja Piel, die Siebte und letzte.
Gestern war Samstag, da gab's Fußball, heute ist Sonntag. Was gibt's da?


Er legte seine Hand auf ihren Oberarm, ließ ihn zur Schulter gleiten und den Umriss des geschwungenen Bogens unter der leichten Decke hinab, bis sie auf dem höchsten Punkt ihrer Hüfte liegenblieb. „Ich überlege, was ich für dich bin. Bin ich der fremdartige Barbar, das seltsame starke, grobe Tier für eine heiße Nacht?“
Sie hielt seinen Blick, die ganze Zeit, und ein Hauch der Bekümmerung trat in ihre Augen, verflog aber sofort wieder.
„Du bist nicht grob“, sagte sie gerade, die Hand auf sein Gesicht legend, auf Lippen und Kinn, die Spitze ihres einen Fingers berührte dabei sein Nasenende leicht wie der Hauch einer Feder. „Du bist Auric Ninragon.“
„Was bin ich?“, fragte er, mit dem Atem in den Fächer ihrer Hand hinein.
„Auric Ninragon. So nennen sie dich. Hast du das noch nicht bemerkt?“
„Ninragon“, sprach er das Wort nach. Sie zog ihre Fingerspitzen zurück, ließ sie auf die Laken sinken. „Freund der Ninraé.“ Er zog die Stirn kraus.
„Sei froh, dass sie dich nicht Ninrafaicht nennen.“ Sekainen grinste leise.
„Will ich wirklich wissen, was das heißt?“
Sekainen wurde rot. Das heißt, der porzellangleiche Teint ihrer Wangen färbte sich eine Spur ins Rosige. Es wurde draußen schon hell, und mit dem ersten Hauch des Tages kehrten auch die Farben wieder. Er hatte zuvor noch nie einen Ninra erröten sehen, und es stand ihr bezaubernd. Aber er mochte auch diese Frechheit an ihr.


Ein paar Humor-Schnipsel liegen noch rum. Wer weiß? Vielleicht poste ich die auch noch irgendwann.


Liebe Katja Piel, vielen Dank für diese Woche voll Spaß. Jederzeit wieder. Es war mir eine Ehre!
Ih wünsche dir viel Spaß und Erfolg mit deinem Schreiben.

11. März 2013

Wir sind Thron!


Die zweite Staffel von Game of Thrones ist über Deutschland hinweggegangen. Sie wurde mehr oder weniger heftig in Facebook diskutiert. Und ich weiß jetzt wieder ein wenig mehr, warum ich meine Ninragon-Geschichten so schreibe, wie ich sie schreibe.
Zunächst, und das war auch der Gegenstand der Diskussion, tat mich sehr schwer mit der Sprache. Und dem ganzen Mittelaltergedöns. Besonders krass ist dieses Erlebnis durch den Gegensatz mit den anderen TV-Serien, die ich mir so anschaue. „Justified“, „The Shield“, „Breaking Bad“ und allen voran meine Lieblingsserie ever „Sons of Anarchy“. 
Ich sah mir die erste Folge der zweiten Staffel „Game of Thrones“ an, und ich habe die Charaktere einfach nicht geglaubt. Die sprachen im Gegensatz zu den Personen in den erwähnten anderen Serien hölzern, sperrig, artifiziell. Im besten Fall war ihre Sprache angenehm neutral. Ansonsten verstaubt altertümelnd. „Möget ihr …“, „Behaltet Platz …“. Lauter Ge-Ihrse und Ge-Euerse. Keiner mit einer Sprache aus dem Leben wie Clay, Gemma oder Vic Mackey. Hey, ich meine, auch wenn das Setting mittelalterlich ist, die Leute empfinden sich deshalb doch nicht als in der Vergangenheit lebend. Und selbst wenn man am Hof aufgewachsen ist, versucht man nicht zu sprechen, wie irgendwelche Figuren aus altertümlichen Dramen. Man spricht Gegenwartssprache, vielleicht gedrechselt, ein bisschen abgehoben, aber Gegenwartssprache. Und wie bringt man so etwas rüber? Gegenwärtig? Vielleicht hören sich die Dialoge an wie das Geschwätz von Politikern. Oder papieren wie der Kulturteil. Aber wer spricht denn altertümelnd? Außer er verbindet einen bestimmten Zweck damit. Oder eine bestimmte Rolle oder Posten. 
Alles andere als Gegenwartssprache schafft eine Distanz zu den Figuren.
Alles wirkt, wie die Kollegin Susanne Gerdom so trefflich formulierte „aufgesagt“.
Und schließlich sollte man nicht vergessen, dass in einer Sekundär-Welt-Fantasy, wie Game of Thrones sie darstellt, eine (mehrere) imaginäre Sprachen gesprochen werden, die es für den Leser oder Zuschauer gilt, in unsere Sprache zu übertragen. Warum dann nicht in unsere Gegenwartssprache? Warum in die (relativ pseudo-mäßige und zusammengekünstelte) Sprache einer Vergangenheit. 
Wenn jeder Charakter sich doch (naturgemäß) als gegenwärtig empfindet.
Das hat mich immer an Fantasy gestört. Und daher habe ich bei „Ninragon“ versucht, es anders zu halten.
Bei „Game of Thrones“ musste ich mich auch diesmal durch die Schicht des Widerstands durcharbeiten. Und anders als bei der ersten Staffel, bei der das Interesse am Plot, was denn nun eigentlich geschieht, wie es jetzt weitergeht, auf mich übersprang, habe ich diesmal nicht wirklich einen Zugang zum Geschehen gefunden.
Ich möchte darauf hinweisen, dass ich den größten Respekt vor George R.R. Martins Schreiben und seiner Serie habe. Er war mit "Game of Thrones" ein Pionier, der neue Wege beschritt und für folgende Autoren ebnete. Sein Roman "Dying of the Light" zählt zu meinen Lieblingsbüchern. Ich habe eben für mein eigenes Schreiben andere Vorlieben und habe beschlossen selber andere Wege zu beschreiten. Das ist natürlich in der Evolution eines Genres.
Auf den anderen Aspekt bei „Game of Thrones“, demgegenüber ich mich bei „Ninragon“ ebenfalls zu einer anderen Herangehensweise entschlossen habe, stieß ich, als ich meine Frau nach voller Dröhnung der zweiten Staffel fragte, wie sie es denn abschließend gefunden habe.
„Unbefriedigend“, war die Antwort. „Es passiert unheimlich viel, aber trotzdem hat man das Gefühl die Handlung kommt nicht voran. Ich will wissen, wer die Hauptpersonen sind. Alle? Das ist für mich keine gute Antwort. Ich will wissen, wie eine Geschichte weitergeht und was eigentlich die Geschichte ist.“
Und ich dachte bei mir, dass hier das zentrale Problem der Serie, des Buches wie der TV-Bearbeitung herauskommt. Und auch warum George R.R. Martin so große Probleme hat, die Serie weiterzuführen und zu beenden.
Sie verfasert sich in unendlich viele Nebenstränge, sie fächert sich auch. Um alle Handlungsstränge aufzugreifen und weiterzuführen kann man jeder Figur nur geringe Zeit gewähren und die Gesamtstory kommt elendig langsam voran.
Sie verliert den Fokus.
Aus diesem Grunde habe ich mich bei „Ninragon“ ausdrücklich gegen eine solche Erzählweise entschieden.
Eine Geschichte, ein Erzählstrang steht im Vordergrund, wie Auric der Schwarze zu Ninragon wird und die Geschichte seiner Freundschaft mit Darachel, dem Ninraé. Alle anderen Nebenfiguren haben ihren Auftritt, wo sie für diese Figur und diesen Roman eine Rolle spielen und verschwinden wieder. Nach dem Motto „… aber das ist eine andere Geschichte“. Und das ist es auch.
Einige davon werden erzählt werden. Auf jeden Fall wird der Leser nach „Ninragon“ einen Blick darauf erhalten, wie die Geschichte der Welt weitergeht. Nicht die Geschichte der Welt ist das Thema, die Geschichten der Menschen darin sind es. Und meine Vorgehensweise ist es, ihren Erzählstrang, ihre Geschichte aus dem gewaltigen, ausufernden Geflecht und Verstrickungen der Geschichte herauszuarbeiten, herauszuschälen, dass sie für sich einen Sinn ergeben. Wie ein Roman es tut. Die Welt dreht sich weiter, nachdem ihre Geschichte erzählt ist. Manchmal kann es auch die Geschichte mehrerer Hauptpersonen sein. Aber immer ist es eine einzelne Geschichte. Aus ihre Gesamtheit ergibt sich eine Vista, wie Martin das in seinen Romanen versucht.
Manche Leser haben das Gefühl, das einige Fragen unbeantwortet bleiben. Ich sage, keine wesentliche Frage zu „Ninragon“ bleibt unbeantwortet. Sicher gibt es Dinge oder Personen, über die man nach Ende des Romans mehr erfahren möchte.
Gut! 
Aber das ist eine andere Geschichte …

4. März 2013

Auric der Unzuverlässige?


In den Rezensionen zu „Ninragon“ ist kürzlich eine Frage aufgetaucht, die ich so eigentlich schon früher erwartet hätte. 
Eine Rezensentin erkundigte sich, warum die Geschichte Aurics, die dieser vor dem Ninra Darachel ausbreitet, nicht in der 1. Person Singular, der Ich-Form, erzähle. Eigentlich böte sich das doch logisch an.
Ich muss ihr zustimmen: Es bietet sich an, ja, es drängt sich auf, die Geschichte, wie sie Auric auch Darachel erzählt in der Ich-Form zu schreiben. Und natürlich war das eine Frage, die auch ich mir beim Schreiben des Romans beantworten musste. 
Die Frage nach der Ich-Perspektive biederte sich an, und ich habe mich fast augenblicklich dagegen entschieden. 
Es war eine Instinkt-Reaktion, deren Gründe aber auch sofort klar waren.
Auf die Frage nach den Motiven, zunächst die kurze, unmittelbare Antwort:
Ich wollte, dass beim Leser nicht der geringste Zweifel bleibt, dass das, was er liest, auch das ist, was geschehen ist. Und ich wollte im Gegenzug, dass der Leser nicht erfährt, was davon und auf welche Weise es Auric Darachel erzählt hat. Ich wollte, dass der Leser weiß, was Auric weiß (und vielleicht noch ein bisschen mehr) aber nicht, was Darachel darüber von ihm erfährt. Ein gutes Beispiel in der Fantasy dafür ist ein Meilenstein der Fantasy (kein subjektives Wert- oder Geschmacksurteil), Gene Wolfes „Buch der Neuen Sonne“ (in Deutsch: „Der Schatten des Folterers“, „Die Klaue des Schlichters“, „Das Schwert des Liktors“ und „Die Zitadelle des Autarchen“). Ein anderes, neueres Beispiel dafür ist „Der Name des Windes“ von Patrick Rothfuss. (Ausdrücklich absolut kein subjektives Urteil an dieser Stelle hierüber. Doch hätte ich das Buch gekannt, als ich den „Ninragon“ schrieb, wäre mein Entschluss gegen diese Perspektive noch entschiedener gewesen.)
Anders ausgedrückt: Ich wollte die Perspektive des unzuverlässigen Erzählers umkehren. Bei dieser Erzählhaltung erfährt der Leser alles, was der Protagonist darüber von sich gibt, aber er weiß nicht, was davon wahr ist.
Dies ist zwar eindeutig und unzweifelhaft der Hauptgrund aber es gibt einige Nebenaspekte, die dieses Hauptmotiv nährten.
1.) Ich stehe der Ich-Perspektive kritisch gegenüber. Sie ist mir suspekt. Manchmal ist sie genau das Richtige, ein bekanntes Beispiel dafür ist „Der Fänger im Roggen“. Ein  klassisches Beispiel und unzweifelhaft ein Roman der Weltliteratur ist „Moby Dick“. Doch niemand weiß bei diesem Roman – und vielleicht macht ihn gerade das so faszinierend –, ob all das, was dort berichtet wird, so geschehen ist, oder ob das mythisch Überhöhte nur der Vorstellungskraft des Erzählers Ismael entstammt, dessen Verstand vielleicht auch bei der ganzen Geschichte gelitten hat. 
Es gibt gute Gründe, einen Roman in der Ich-Stimme zu schreiben. Das kann sehr schwer sein. Aber andererseits kann alles am Schreiben sehr schwer sein. Das ist der Grund, warum es all diese Regeln in den Büchern über das Schreiben gibt. Sie warnen vor Klippen, an denen ein nicht so guter Schreiber garantiert zerschellt. Was aber oft dabei vergessen wird, ist, dass gerade ein guter Schreiber sie mit Bravour meistert (gegen genau diese ehernen Regeln verstößt) und gerade dadurch besonders glänzt. Aber andererseits, woran scheitert ein schlechter Schreiber nicht? Dies stellt eigentlich den Wert dieser Bücher über das Schreiben in Frage. (Oh, ich liebe es, sie zu lesen, denn sie machen einem das Handwerk immer wieder bewusst. Sei es durch Zustimmung zu den Regeln oder ihre Ablehnung.) Sind sie nicht daher gerade an jene gerichtet, an die sie absolut verschwendet sind? Und wird jemand, der wirklich Talent hat, der Typ von Mensch sein, der sich sein Können dadurch aneignet, dass er sich unhinterfragt schnurstracks eine Liste von Regeln über das Gebiet einprägt, in dem er vom Herzen und vom Talent her zu Hause ist? Aber ich schweife ab.
Ich hatte schon vorher einen Comic in der Ich-Form geschrieben und mir schon mitten in diesem Projekt geschworen, dass ich das so bald nicht wieder tun würde. Weil mir dabei die Beschränkungen dieser Form nur zu deutlich wurden. Zum Beispiel: Der Ich-Erzähler-Protagonist ist ein Käfig. Man muss einige Tricks anwenden, um den Gitterstäben zu entkommen. In manchen Fällen möchte man aber gerade diese Tricks nicht anwenden. Für die eingeschränkte dritte Person, sagen wir mal schlicht der „Er-Erzähler, gilt das nicht. Weil diese Perspektive nur eine Erfindung, eine Fiktion ist, die so eigentlich nicht existiert. Weil sie immer der allwissende Erzähler ist, der (in den schönsten Fällen) aus emotionaler Näher zu den Charakter seine Allwissenheit verstummen lässt, sich ihrer entsagt, und sich ganz nah an die Person heran begibt. So können aber immer noch Schichten mitschwingen, die aus der Allwissenheit des Autors herrühren und in die Stimme des Protagonisten hinein diffundieren mögen.
Das wovon man spricht, wenn man Eingeschränkte-Dritte-Person sagt, ist nur ein Modell für Anfänger und Lektoren. (siehe oben, Bücher über das Schreiben)
2.) Die Erzählung in der 1. Person verursacht, wie ich schon oben anführte, immer einen unzuverlässigen Erzähler. Der Leser weiß nicht, ob das, was der Erzähler sagt, der Wahrheit entspricht. In „Ninragon“ wäre das noch verstärkt worden, da der Adressat der Ich-Erzählung keine imaginäre Person gewesen wäre, die Erzählperson nicht (fiktiv) den Leser anspricht oder eine nicht definierte höhere Instanz, sondern Auric alles einer in der Geschichte tatsächlich vorkommenden Person (meist Darachel) erzählt. Das macht die Worte des Erzählers noch anzweifelbarer. Der Adressat beeinflusst nun einmal die Art der Gesagten. Zum anderen gäbe es dann, bedingt durch die zwei Handlungsstränge einen Teil in der dritten Person und einen Handlungsstrang in der 1. Person. Durch diesen Kontrast wird der Effekt einer Erzählung in der 1. Person noch verstärkt und somit der Effekt der Unzuverlässigkeit.
3.) Die 1. Person lässt nicht eine bestimmte Art des Erzählen zu, die für mich die höchste Errungenschaft in der Entwicklung des Erzählens darstellt: die verschiedenen Ebenen und Schichten der Perspektive, die Meister des Erzählens zu etwas ganz Großartigem nutzen und die Anfänger meist vollkommen in den Sand setzen. Deswegen raten auch die meisten Lehrer und Lehrmeister davon ab, erheben dies zu einem Gesetz und werten den Verstoß dagegen als Fehler. (Wodurch die besten Werke der Literatur zu gigantischen Fehlern würden.) Wie schon oben gesagt: Eigentlich gibt es die eingeschränkte Perspektive 3. Person nicht. Eigentlich ist sie immer ein allwissender Erzähler, der sich einschränkt und auf eine Sichtweise konzentriert. Der allwissende Erzähler scheint jedoch immer durch. Man kann dies für herrliche Effekte verwenden. Indem fast unmerklich, nur durch ein Wort, auch innerhalb eines Satzes, die Perspektive changiert, Schichten der Beobachtung einfließen lässt, die erst den modernen Roman zu so etwas herrlich Schillernden, Enthüllenden und Faszinierendem machen. Dies kann aufgrund dieser besagten emotionalen Nähe des allwissenden Erzählers zu seinen Figuren geschehen. Er nimmt die Stimme seiner Figur an, kriecht gewissermaßen in ihre Sichtwiese herein – aber er ist und bleibt immer noch der allwissende Erzähler. Henry James war ein Meister dieser Disziplin.
Jedem, der sich für eine klarsichtige Untersuchung von Erzählhaltungen fernab von unhinterfragten Klischees interessiert, dem sei James Woods großartiges Buch „Die Kunst des Erzählens“ empfohlen, das in Deutrschland sehr spät entdeckt wurde und auf dessen bodenständige, hellsichtige Offensichtlichkeiten, das Feuilleton zum Teil mit Verblüffung reagierte.
Die Frage der Erzählperspektive ist eine interessante und heikle. Mit einen offenen Blick können durch ihre geschickte Handhabe wunderbare Effekte erreicht werden, die das Herz dessen berühren, was die Literatur zu einem solch wunderbaren Medium macht.

3. März 2013

Motto, ephemer


Man lese in einer fremden oder seiner zweiten Sprache äußerst flüchtig aber mit dem Herzen. Man lese in seiner Muttersprache mit einiger Aufmerksamkeit aber auch mit einiger Flüchtigkeit. Man schreibe mit Präzision und/oder im Zustand des Gesammeltseins.