27. März 2013

„Welt des Ninragon“, die Dritte, Mittwoch


Ein weiterer Zeitsprung. In die Gegenwart. Ninragon und die Verlorenen Hierarchien sind im Jetzt und in unserer Welt angekommen.
Hier gehen wir:

Er erinnerte sich, einmal eine Frau gehabt zu haben, ein Kind, einen Sohn. An die Bettgerüche am Morgen, die Spuren von warmem, atmenden Menschenleben. Er erinnerte sich, wie es war, diese Menschenleben in den Armen zu halten, durchs Haar zu raufen, die Wärme der Wangen, des Körpers zu spüren und all die kleinen Ausdünstungen eines Lebens einzuatmen. Er wollte es auch jetzt, wünschte es sich mehr als alles andere in der Welt, wollte es an sich drücken, in sich aufnehmen wie eine wertvolle Duftessenz, seinen Körper damit sättigen und es nie mehr loslassen.
Er erinnerte sich daran, wie er vergaß. Wie diese Präsenz, die andere Persönlichkeit seine alte zuweilen ganz verdrängte, bis für den Moment nichts mehr, nicht die kleinste Spur der Erinnerung in ihm übrig blieb. So dass er das, was er einmal war, was er noch immer war, kaum noch spürte. In solchen Zeiten war ihm, als würde er im Grenzgänger ertrinken.
Er erinnerte sich, dann schließlich, dass er ohne den Grenzgänger tot wäre.
Da waren Detonationen laut wie Kanonenfeuer, doch sprangen sie aus der Hand von Menschen. Da waren trocken knatternde Böllerketten, von denen jeder Schlag so laut war, dass er wie ein Hammer in den Magen fuhr. Schlangenzungen aus Blei durchsiebten die Luft, die schwer von Feuer war. Feuer kroch über den Rand der Welt und nahm ihn auf, und das spuckende Ding in seinen Händen ratterte immer weiter. Während er langsam von dem Ort fort ging, durch das Feuer hindurch, das sich wie ein Tunnel vor ihm teilte, weg von dem Lärm und dem Schmerz und all dem Gewühle, auf einen ruhigeren, schattigen Ort hinter dem Feuerring zu, trat plötzlich dieser Mann zu ihm. Es schien ihm, dass er geradewegs aus den Schatten trat, dass sie ihn enthüllten wie Schleier, die Stück für Stück von einem Wind erfasst und beiseite getrieben wurden. Der Mann aus den Schatten mit dem schwarzen Hut und dem langen schwarzen Mantel trat zu ihm und sagte ihm, dass es noch nicht vorbei sei. Er flüsterte ihm seine Geheimnisse zu, sie entfalteten sich in seinem Ohr wie Spinnweben, eins nach dem anderen, und der Mann aus den Schatten gab ihm, schließlich, die beiden Waffen, silbern und gnadenlos, jede mit der gleichen Schrift in den Lauf geprägt: NUNTIUS .50.

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