26. Februar 2013

Grit – zu deutsch "starker Tobak"?


So ein Zufall!
Da äußere ich mich gerade in meinem „Brief an eine Rezensentin“ darüber, warum ich die Darstellungen vom Krieg und Gewalt so behandele, wie ich es tue, da finde ich, dass Joe Abercrombie gerade einen kleinen Aufsatz unter dem Titel „The Value of Grit“ über dieses Thema geschrieben hat. Über das Düstere und die moralische Uneindeutigkeit in der Fantasy. Das Dreckige. Den Realismus. Englischsprachige haben dafür ein griffiges Wort: grit. Gritty. Gritty Fantasy.
Meine schriftliche Erwiderung wurde ausgelöst durch die Bemerkung, meine Buch wäre „starker Tobak“. Ich habe den vagen Verdacht, das damit etwas Ähnliches gemeint ist, wie das, was Kollege Abercrombie hier mit „grit“ anspricht.
Wahrscheinlich ist das Erscheinen dieses Textes von Abercrombie aber auch gar nicht so ein Zufall, denn auch er fühlt sich in einer phantastische Szenerie einer realistischen Weltsicht verpflichtet. Nur weil wir Phantastik in unser Schreiben einbringen, heißt das nicht das wir uns vor der Realität der Welt verschließen. Ganz im Gegenteil. Vor ungewohntem Hintergrund, stechen Wahrheiten plötzlich klarer hervor.
Hierin, in dieser grundsätzlichen Haltung gegenüber Literatur und dem Genre, das wir lieben und das wir uns zur Folie gewählt haben, treffen wir uns bei allen Unterschiedlichkeiten von Stil und Themen.
So finden sich in diesem Text von Kollege Abercrombie viele Passagen, denen ich nur Beifall klatschen und die ich gerne so unterschreiben kann. Er hat mit wahrhaftig in vielen Punkten aus der Seele gesprochen. Und was er dort sagt, kann genauso gut für meine Texte gelten und wurde auch schon oft an diesem Ort angesprochen.
Also, vielen Dank, Joe. Hervorragend ausgesprochen. Cheers to this. Brothers under a gritty banner.
Joe Abercrombies Beitrag „The Value of Grit“ kann man hier lesen:

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