14. Januar 2013

Neuer Roman, Tag Eins


Tag Eins eines neuen Roman-Projekts.
Da haben wir den Salat. Das, was niemals hätte eintreten sollen, ist passiert. Aber manchmal lassen einem das Leben und die Umstände keine andere Wahl.
Der Motor muss neu gestartet werden. Ich fange wieder an zu schreiben. Ich fange wieder an in Geschichten zu denken. Neulich habe ich mich noch darüber ausgelassen, dass Geheimnis wäre, niemals aufzuhören. Doch manchmal entstehen Situationen und Notwendigkeiten, die einen zum Innehalten zwingen.
Vielleicht habe ich deshalb mit so viel Emotion gegen das Innehalten gewettert. Weil es anstand, weil ich wusste, jetzt muss erst einmal gegen die goldene Regel gelebt werden.
So, das ist jetzt vorbei.
Ganztägiges Ereignis in meinem Kalender: I’m here to kick ass!!! The fuck else for?
Was also steht an? Neues Projekt. Oder besser, schon begonnenes und geplantes Projekt.
Also heißt es: Erst einmal das Material sichten.
Ein Exposee, ca. 50 Seiten Text, jede Menge Notizen und Fragmente. Dank dem genialen Schreibprogramm Scrivener bereits vorsortiert und zugeordnet.
Erst mal, muss ich mich einmal wieder daran erinnern, was ich mit dieser Geschichte vorhatte. Natürlich habe ich immer noch eine Ahnung, sehe die vage Gestalt der Geschichte vor mir, die Hauptpersonen, das Setting, die groben Handlungsbögen. Aber die Einzelheiten.
Ich beginne zu lesen und sehe, dass viele Details in eine Grauzone gesunken sind. Motivationen. Zusammensetzungen von Gruppen, die Verpflechtungen der Personen. An manchen Stellen muss ich rätseln wie bei einem Krimi. Es erscheint mir falsch, nicht zu passen. Was zur Hölle hat der Autor sich nur dabei gedacht? Aber am Ende beginnt alles wieder Sinn zu machen; die Stücke fügen sich zueinander. Alles glänzt. Jetzt muss ich nur noch untertauchen in die Personen, und die Geschichte wird sich entwickeln. Wenn der grobe Plan dem Herrn Autoren wieder bewusst geworden ist, wird es Zeit, das instinktivgetriebene Vieh auf die Geschichte loszulassen.
Sichten des Textes, also.
Der Anfang lässt mich wieder stutzen.
Erste Anmerkungen meines werten Lektors haben mich daran erinnert meinem ersten Instinkt zu trauen, auf meinen allerersten, ursprünglichen Anfang zurückzufallen, bevor das Gehirn mir ins Gehege fiel. Ich probiere Möglichkeiten durch. Teste Sequenzen. Versuche einen Tritt, eine Stimme zu finden. Stotternde Zeit vergeht.
Mit einem komischen Gefühl geht man in die Zeit nach dem Arbeitsende. In der die Arbeit erst richtig anfängt. Irgendwo im Bewusstsein schmeißt man die Ideen hin und her. Es fühlt sich zunächst komisch an. Man verwechselt es mit Unsicherheit. Aber nach und nach erkennt an es als das, was es wirklich ist: Die Maschine kommt in Gang. Jedes mal anders. Aber dennoch ist es das vertraute Brummen der alten Maschine.
Und nach und nach kommen die Antworten. Die zunächst wie Fragen aussahen. Und nach und nach kommt die Sicherheit.
Wenn ich mich morgen hinsetzte, weiß ich, wie der Text aussehen muss. Das ist dann nur noch schieben. Und Arbeit. Und lesen. Und Worte wieder verstehen. Und Rhythmus. Ein Gefühl für den Schritt. Pacing. Groove. Geschlossene Tür. Selber Spaß an der Geschichte haben. Sie mir erzählen. Mich in sie verlieben. Mich ganz in die Geschichte fallen lassen. Alles in sie hineinziehen.
Schreiben.
Tag Eins.

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