28. Januar 2013

Ich könnte es Ihnen verraten, aber dann müsste ich Sie erschießen


Tja, nun schreibe ich also wieder. An einem neuen Roman.
Und was schreibe ich jetzt hier?
Ich kann meinen Lesern natürlich nichts über meinen Roman sagen. 
Denn dann wüssten sie’s ja.
Außerhalb des Inhaltlichen ist der Schriftstelleralltag eigentlich ziemlich langweilig. Wenn man einen Schriftsteller so von außen sieht, dann sieht man, dass er schreibt. Manchmal ganze Stunden am Stück. Ehrlich. Im günstigen Fall. 
Sonst läuft er wild rum und ringt die Hände. 
Das ist auch nicht besser.
Manchmal kann man auch beobachten, wie er an seinem Arbeitstisch sitzt, auf die Tischplatte einschlägt und sich selber beschimpft. Oder seine Figuren.
Im allergünstigsten Fall beschimpfen seine Figuren sich gegenseitig. Das ist wenn es gut läuft. 
Dann ist am Ende des Arbeitstages ein gar aufregendes Kapitel fertig.
Und man weiß, sie haben sich so sehr beschimpft, die vertragen sich auch morgen nicht wieder. Nee, nee, da ist zu viel passiert. Da ist zu viel Porzellan zerschlagen worden. Das ist jetzt auch nicht mehr rückgängig zu machen. Von keinem. Außer vom Schriftsteller. Aber der will das nicht.
Denn dann müsste er ja die Arbeit eines ganzen Tages löschen. Und das ist noch das Wenigste. Denn dann würden sie sich auch nicht morgen wieder so dolle beschimpfen. Und das findet er eigentlich klasse. Denn so geht der Arbeitstag herum. Und er kriegt viel geschafft.
Und die Leser mögen’s. Ehrlich. Wenn sich Leute beschimpfen. Und sich dann so doll in die Haare kriegen, dass sie schlimme Sachen miteinander anstellen.
Was sind das eigentlich für Leute, diese Leser? Dass die auf so was stehen. Wie sich Leute so in die Wolle kriegen, dass sie sich abmurksen. Die müsste man richtiggehend boykottieren. Mach ich aber nicht.
Weil ich hab auch Spaß dran.
Hehe.
Was werden meine Töchter nur sagen, wenn sie später einmal lesen können und meine Bücher in die Finger kriegen.
Na ja, neulich als sie den Star-Trek-Phaser und Kommunikatur in die Hände gekriegt haben, sind sie tagelang in der Wohnung rumgelaufen und haben auf Planeten gegen Monster gekämpft.
Ich habe Kirsten, meiner Frau, gesagt: Zieh ihnen bloß keine roten T-Shirts an.
Weil, man macht sich ja Sorgen.
Und Zoe will dauernd, dass ich zu ihr mit tiefer, schnaufender, röchelnder Stimme sage: Rrr-kch … Zoe … rrr … ich bin dein Papa… kch!
Mann, für Mädchen, die noch so klein sind, sind die schon ganz schön schräg drauf.
Und wer ist wieder schuld?
Klar. Ich wieder.

Mmmm, was schreiben andere Schriftsteller eigentlich in ihrem Blog, wenn sie grad was schreiben?

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