26. November 2012

Hyperdrive 3.27 … oder so …



Das ist die Titel-Illustration. Ist sie nicht großartig?
Die Vorlage ist von Angela Harburn, und sie wurde von Martin Schlierkamp in bewährt großartiger Manier bearbeitet. Das heißt, er hat dem Bild erst diese Farbstimmung gegeben und eine Patinaschicht darübergelegt, die es wie eine vollgespachtelte und mit Texturen übersäte Leinwand wirken lässt.
Damit ist also auch die dritte Episode von „Hyperdrive“ draußen.
Und mit ihr jener Text von mir, der wohl am meisten überarbeitet wurde.
Es hat einen ersten Textkorpus gegeben, einen ersten tastenden Versuch, Szenen zu schreiben, die den Weg für meinen ersten Roman weisen, ihn als Geschichte definieren würden. Denn „Hyperdrive“ war mein erster Roman, mein erster Versuch reinen Prosa (keine Comics, ohne Bilder) zu schreiben überhaupt.
Danach habe ich all das von mir Produzierte dann gesichtet. Mittlerweile sah schon ich klarer, wie der Roman aussehen sollte. Und es gab auch erste Reaktionen auf meine ersten Schreibversuche. Entsprechend habe ich dann den Text umgestaltet, Szenen überarbeitet, an die richtige Stelle gerückt, neue dazugeschrieben. Der Bauplan stand fest, der Roman schritt fort.
Erste Fassung fertig ging sie an ein paar Probeleser raus.
Konstruktive Kritik. Spiegeln dessen, was man in seinem Geist entworfen hat, am Leser.
Langes Wälzen der Reaktionen. Überlegen, was davon für mich relevant ist, was nicht. Was den Kern trifft.
Dann danach die zweite Fassung. Gekürzt, neue Teile eingeschoben, eine Sequenz signifikant erweitert, fast eine eigene kleine Handlung, umgeschrieben, Logikbrüche geglättet, Motive zusammengefasst und verknüpft.
Dann war die zweite Fassung fertig, von der mir die Reaktion weiterer Probeleser bestätigte, dass sie eine wesentliche Verbesserung darstellte. Eine Kritik hat mir besonders geschmeichelt. Ein Freund, der keine Zeit für Bullshit was Bücher betrifft hat, und der nur im Urlaub die Muße hat, wirklich einmal am Stück zu lesen, nahm „Hyperdrive“ und Richard Morgans „Unsterblichkeitsprogramm“ mit auf die Reise und meinte hinterher, beide Bücher hätten ihm gefallen, meines aber mehr als Morgans; „Hyperdrive“ hätte ihn regelrecht begeistert. Als Fan von Richard Morgan ist das natürlich das allergrößte Kompliment für mich. Wenn auch das andere Publikum, ähnlich wie dieser individuelle und sicher subjektive Leser,  mein Buch in die gleiche Kategorie einordnet wie Richard Morgan, bliebe mir nichts mehr für dieses Buch zu wünschen übrig.
Außer vielleicht, dass es mir, genau wie „Das Unsterblichkeitsprogramm“ Richard Morgan, einen Filmdeal einbringt.
Danach war erst einmal Pause für „Hyperdrive“. Das Manuskript lag da und wanderte, als ich dann einen Agenten fand, auf seinen Schreibtisch. Die Kunde kam aus den Verlagskreisen zurück: Science Fiction verkauft sich nicht in Deutschland. Pythia hatte gesprochen.
Daraufhin lag das Manuskript wieder für einige Zeit herum.
Bis ich dann erkannte, dass ich zur Veröffentlichung als eBook nicht die Legitimation eines Verlages brauchte und mich – dank der Gnadenlosigkeit meines Lektors, der seine Rolle perfekt ausfüllte und als mein schlechtes Gewissen fungierte (siehe vorherige Blogposts) – an eine weitere Überarbeitung des Manuskripts machte, um es in die bestmögliche Form zu bringen.
Wieder wurden diese Textstellen, die mittlerweile einen Teil von Episode 3 ausmachen, überarbeitet.
Sie sind tatsächlich die von mir am meisten überarbeiteten Passagen, die ich jemals geschrieben habe.
Als ich sie durchlas, einige der ursprünglichen Versionen und die neue Version, wurde mir klar, auf wie viele unterschiedliche Arten man eine einzige Geschichte erzählen kann.
Ich habe sehr szenisch angefangen. Mit einer Person, mit Szenen, die diese Person umkreisen und sie in verschiedene Zeitebenen hinein verdeutlichen. Ich hatte damals etwas Ähnliches im Sinn, wie es wohl James Owen, ein amerikanischer Comic-Zeichner und Bekannter mit dem ersten Zyklus seiner Serie „Starchild“ gemacht hat. Wer ebenfalls Comic-Leser in der Zeit war, als diese Comics herauskamen, in den 90er Jahren, wird genau verstehen, worüber ich im Folgenden spreche. In jedem dieser Einzelhefte verfolgt James Owen eine Art zyklisches Erzählen, das von einer Ursprungssituation ausgeht, sie ausleuchtet, ihre Gründe und die Ereignisse, die zu ihr führten, darlegt, um schließlich wieder an den Ausgangspunkt zurückzukehren. Und im nächsten Heft erneut anzusetzen.
Ich und James haben uns auf dem Comic-Con in San Diego kennengelernt, miteinander kommuniziert und uns immer wieder in regelmäßigen Abständen getroffen. Und wir haben uns auch wohl gegenseitig beeinflusst. James war ein großer Fan meiner Zeichnungen und ließ sich von ihnen inspirieren, als seine Erzählung das Setting wechselte, zu einer großen, wuchernden Stadt hin. Das war der Zyklus „Mythopolis“. Es gab zum damaligen Zeitpunkt sogar Pläne, dass er meinen Comic „Brennan Moore“ als Serie publizieren wollte. Dann nahm das Leben für ihn ein paar unerwartete Kurven. Über 200 unveröffentlichte Seiten von „Brennen Moore“ liegen heute immer noch bei mir im Schrank.
Und er ist seltsamerweise heute auch zum Autoren von Romanen geworden. Seine Bücher, unter anderem „Die Chroniken der Imaginarium Geographica“ findet ihr hier: http://amzn.to/TZnfDq. Seinen Blog „The Wonder Cabinet“ findet ihr hier: http://coppervale.livejournal.com.
Okay, zurück zum Thema.
In einer weiteren Fassung waren dann die Szenen in verschiedenen Zeitebenen geschichtet, die sich miteinander abwechselten.
Die scheinbar „letzte“ Fassung hatte von der Plotlinie einige kunstvoll ineinander verschlungene Zeitschleifen.
Diese habe ich dann in der jetzigen Fassung zugunsten besserer Lesbarkeit aufgeschnürt. Die entsprechenden Szenen sind jetzt rein linear und sequenziell erzählt. Da musste natürlich einiges aufgedröselt werden.
Was das bessere Buch ist?
Die Frage ist müßig. Das bessere Buch für wen?
Für mich ist die Antwort auf diese Frage klar: Das bessere Buch für den Leser.
Er soll es verstehen und genießen können. Er soll nicht in Rätsel gestürzt werden von einem angesichts seines privilegierten Einblicks in das Werk hohnlächelnden Autor. Kein Versteh-oder-Stirb. Ein Buch sollte kein Wettbewerb sein, wer den höheren IQ oder Durchblick hat. Ein Buch sollte Nahrung für die Seele sein. Und ich war noch nie ein Verehrer jener Küche, in der sich das Hauptgericht unter einem Salatblatt versteckt. 
Die Frage ist nie: Hätte ich es noch geheimnisvoller, noch verrätselter und verschlüsselter, daher noch „anspruchsvoller“ machen können? Das ist anmaßend. Da passt dann perfekt das Wort prätentiös. 
Die Frage ist immer: Hätte ich es durch eine weitere Überarbeitung noch klarer, noch verständlicher, noch zugänglicher machen können?
In diesem Sinne ist die jetzige Version von „Hyperdrive“ das beste Buch, das ich zur Zeit daraus machen kann.
Ich wünsche allen viel Spaß beim Lesen.


Leseproben zu „Hyperdrive“ (neben den obligatorischen bei Amazon) findet ihr hier:

Die drei bisher erschienen Episoden von „Hyperdrive“ sind hier erhältlich:

20. November 2012

Im Feuer


Unsere kleine Leserunde zu „Ninragon“ weckt momentan viele Erinnerungen.
Wie weit ich von der Zeit weg bin, in der ich „Ninragon“ geschrieben habe, fiel mir auf, als mich einer der Leser auf die Bedeutung von Glen Cooks „Black Company“-Romanen für meine eigene Geschichte ansprach. Und ob die „Black Company“ nicht auch neben „Conan“ und „Der Herr der Ringe“ in die Meta-Ebene von „Ninragon“ eingegangen ist.
Spontan habe ich dem nur eingeschränkt zugestimmt. Aber dann, nach einigem Nachdenken, fiel mir auf, wie viel näher die Teilnehmer dieser Leserunde (zumindest zeitlich) am Text dran sind; für mich ist das schon wieder alles lange her. Aber angeregt dadurch habe ich mich wieder in diese Zeit vertieft, und viele Erinnerungen kamen hoch.
Nicht nur an die Lektüre der „Black Company“, auch an diese ganze wilde, verrückte und wunderbare Zeit.
Unsere Mädchen waren eben erst geboren. Sie waren noch kleine Frischlinge, die man fast auf der Hand herumtragen konnte. Zoe hatte einen Iro, der aussah, als wäre er von einem japanischen Star-Friseur geschnitten worden. Unsere Nächte waren kurz und durchbrochen von den Aufwach- und Hungerphasen zweier Babies, natürlich zeitversetzt – die beiden konnten sich noch nie auf etwas einigen.
Es war ein heißer Sommer. Wir waren tagsüber mit den Kindern meistens draußen im Garten, wenn es sich machen ließ. Brian, der beste Hund der Welt, zog sich japsend über die kühlen Fliesen. Wir grillten viel. Einerseits weil ich Grillen liebe und es für mich etwas Zen-gleiches hat, zum anderen – hey, es ist heiß, es ist Sommer, was macht man da anderes als etwas auf den Grill werfen, beim Feuermachen Bier trinken (gut und unerlässlich für deinen Mojo) und Windeln wechseln. Eintopf und Aufläufe kochen etwa?
Es gibt ein Bild von mit mit freiem Oberkörper – weil man es sonst nicht aushielt –, wie ich auf jeder Schulter ein Mädchen auf der Terasse trage. Wow, so klein waren die. Das könnte ich heute auch nicht mehr bei Grace und bei Zoe, dem langen Gerät.

Die Sonne brannte, der Grill brannte, und ich schrieb „Im Feuer“.
Ich war übernächtigt, ich war auf körpereigenen Meine-zwei-tollen-Babytöchter-Drogen, ich war auf Adrenalin, und meine Synapsen feuerten wie verrückt. Auric und seine Horde rannte durch einen fremdartigen Urwald und die Brandgeschosse der Elfen donnerten auf sie herab. Sie waren vollgeknallt bis zum Scheitel mit Rott und ich war wohl auch auf irgendetwas seltsamen Sinneserweiternden.
Die Mädchen bekamen, wenn ich und Kirsten drinnen waren, in der Wippe unter unseren Arbeitstischen Funk und Soul gedröhnt und groovten mit. Das Jugendamt hatte keinen blassen Dunst, und wir alle gingen durch die ersten Monate unseren seltsamen, neuen, wunderbaren Beziehung miteinander. Obwohl in mir immer wieder den Verdacht aufkam, dass diese Beziehung nicht so neu sein konnte.
Ich hackte die Zeilen wie verrückt in mein Lap, dann wieder runter in den Garten zu meinen drei Mädchen, wo immer noch die Sonne wie ein Hammer auf einen Amboss dröhnte, die Worte gingen mir im Kopf rum, neue drängten nach, mischten sich, verschoben sich. Wieder hoch ans Lap, weil es in mit loderte. Alten Absatz bearbeiten, neuen rein. Der Text wächst, die Worte brennen, ein Inferno nimmt Gestalt an. Grillen, meine drei Mädchen, Essen, wieder krachen Sätze rein in meinen Schädel, ans Lap, reingehackt.
Schreiben ist Rock’n’Roll auf Papier.
Das galt ganz besonders zu dieser Zeit.
Das war purer, reiner, dreckiger Rock’n’Roll. Als könnte ich die Menge in einem Stadium den Refrain mitgrölen hören, und die Amps befeuerten mich von hinten mit fettem Druck. Im Feuer.
Die ganzen Absätze über den Dschungelkampf um die Kinphauren-Festung Jhipan-Naraúk entstanden wie in einem Rausch.
Ja, und ich erinnere mich, die Black Company war dabei. Die alten Dreckfresser. Croaker mit seiner kampfesmüden, lakonischen Sprache, in der doch hinter jedem verkürzten Satz, hinter jeder Auslassung so viel Emotion steckte.
Es war eine großartige Zeit.
Danke, Minkey, Dude, ihr Jungs aus der Leserunde, dass ihr mich wieder dsran erinnert habt.
Ich freue mich schon darauf, wieder in diese Welt von „Ninragon“ zurückzukehren.

Howdy!
See you on the Range.

Horus


So, und die drei Roman, die dabei herausgekommen sind, die Ninragon-Trilogie findet ihr hier:
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„Krähen, zerfetztes Banner“ als Leseproben aus Ninragon 1: http://bit.ly/T8NJF4
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12. November 2012

Was will der Autor uns sagen?


Es gibt derzeit eine interessante Leserunde zu „Ninragon“ im Forum der äußerst empfehlenswerten Seite fantasybuch.de. Es ist eine kleine aber feine Runde, zu der ich dort eingeladen wurde, und als ich mir die ersten Beiträge angeschaut habe, bin ich mit Freude dieser Einladung gefolgt. 
Ich habe mit Vergnügen die Interpretationen verfolgt und habe mich gefreut, wie viel von dem, was von mir aus in das Buch eingegangen ist, dort verstanden wurde. Zum Teil hat das Ganze ein sehr hohes Niveau, und es erfüllt mich mit Freude, etwas geschaffen zu haben, was einige Menschen so tief und nachhaltig beschäftigen kann.
Wobei ich immer wieder betonen muss, dass all diese Bedeutungsebenen und Metaebenen nicht das Wesentliche sind.
Das Wesentliche ist die Ebene der Geschichte, die unterhält, spannend ist, im günstigen Fall den Leser gefangen nimmt und nachhaltig in die Gedankenwelt der Geschichte abtauchen lässt, in die Figuren eindringen, mit ihnen fiebern und spekulieren lässt. All das andere mag der entdecken, der Geschmack daran findet. Er ist herzlich willkommen; ich freue mich über jeden, denn ich habe viele Gedanken und noch mehr Gefühle, Instinkte und Intuition in diese Geschichte gesteckt. Es ist wie bei einem guten Bier. Manche davon haben einen sehr komplexen Geschmack, der sich erst nach und nach im Gaumen entfaltet und bei dem verschiedene Noten einander überlagern. Es sollte uns allerdings munden. Ein Bier, das komplex scheußlich schmeckt, will niemand trinken.
Das ist die Arbeit des Autors: Er strickt ein Garn, entwickelt ein Geflecht, das komplex genug ist, die Aufmerksamkeit zu fesseln und die Arbeit und Zeit, die der Leser in die Lektüre steckt, mehr als rechtfertigt. Er entwirft den Plot, er legt die Figurenkonstellation fest, er erfühlt ihre Bedeutungen und Beziehungen in der Geschichte und in den verschiedenen Ebenen, lässt sie schillern. Er steckt seine Arbeit, seine Persönlichkeit, seine Ratio, seine Emotionen, seine Seele, seine Instinkte, seine Intuition hinein. Dabei webt er langsam eine komplexe Aussage, die sich in eine Geschichte kleidet. Könnte er sie in etwas anderes fassen, in einen kurzen Absatz oder ein Essay, würde er das vielleicht tun. Doch er hat andere Arten zu denken. Narrative. Er denkt in Geschichten. Er hat eine Figur, eine Situation, einen Konflikt als Vorwurf, als Projektionsfläche. Am Widerstand dieser Geschichte, dieses Themas arbeitet er sich ab. Es soll nicht nur passieren. Das würde keinen fesseln. Sinnlose Abläufe hintereinander gestellt, egal wie viele Explosionen sich dabei ereignen, halten keinen Leser bei der Stange. Es muss passen. Es muss sich fügen.
Hier sagen einige Heldenreise.
(Wobei zur Heldenreise einiges zu sagen wäre; ich denke sie ist von vielen missverstanden worden. Sie ist kein Rezept, sie ist ein Vokabular.)
Ich dagegen sage Seelenreise. Am Widerstand der Geschichte, am Zwang, dass alles passen muss, taucht der Erzähler ab in seine eigene Seele. Wie die Geschichte aussehen muss, damit sie passt, das kann nur er beantworten. Die Gültigkeit, die Validität der Geschichte ist seine Wahrheit. Die beantwortet kein Schema. Die Geschichte stimmt, wenn er sagt, das sie stimmt. Viel Mühe und Zeit geht in diesen Prozess. (Ein guter Lektor hilft ihm dabei. Er hilft ihm herauszufinden, ob er wirklich an dem Punkt ist, wo er sagen kann, dass die Geschichte stimmt. Ein guter Lektor ist das schlechte Gewissen des Autors, und er hilft dem Autor, mit seinem Gewissen ins Reine zu kommen.) Die Geschichte stimmt, wenn der Autor sagt, dass sie stimmt. Sie ist seine Wahrheit. Er enthüllt sich in ihr selber. Er schreibt sich selber in ihr.
Er interpretiert sein Thema.
Und damit ist dann auch mit dem Interpretierten Schluss. 
Er hat seine Arbeit hereingesteckt, er hat sie aus der Hand gelegt. 
Damit hat er auch das Recht auf Wahrheit aus der Hand gegeben. Alles, was er an Wahrheit zu geben hatte, liegt in der Geschichte.
Ab jetzt hat er genauso viel Recht auf eine Meinung zu seiner Geschichte, wie jeder andere. Und die Interpretation eines jeden anderen ist genauso viel wert wie seine. 
Er hat die Geschichte abgegeben. Die Möglichkeit, sich selber in die Geschichte hineinzulegen, Aussage hineinzulegen hat er hinreichend gehabt.
Der Autor hat die interpretatorische Lufthoheit aus der Hand gegeben.
Er kann und muss jetzt ab jetzt nicht mehr verstanden werden. Jeder soll das Buch für sich lesen und es zu seinem eigenen machen. Jede Meinung ist legitim. Jede Meinung ist gut. Die des Autors ist nur eine unter vielen. Sei Job war, ein Gewebe zu schaffen, das zu vielen Meinungsgeflechten Anlass geben kann. (Kann. Denn jeder, der das Buch auf der reinen Handlungsebene als spannende Unterhaltung lesen will ist von diesem Autor herzlich dazu eingeladen. Ich liebe spannende Bücher!)
Das Wort Interpretation ist vielen seit der Schulzeit herzlich gegällt. Ich kann das nachvollziehen, auch ohne in meiner Schulzeit in dieser Hinsicht schlechte Erfahrungen gemacht zu haben – ganz im Gegenteil. Aber diesem Wort hängt der Ruch des Klinischen an.
Statt von Interpretieren spreche ich lieber vom Aneignen eines Buches.
Jeder Leser eignet sich ein Buch an. Der Autor steht dabei manchmal nur im Wege. Dass ein Autor verstanden werden kann oder muss, ist ein literaturwissenschaftlicher Mythos.
Was also will der Autor, was will der Autor der „Ninragon“-Trilogie uns sagen?
Tja … 
Das frage ich euch, liebe Leser.

(Hmmm … Wobei ich eigentlich etwas ganz anderes erzählen wollte. Na, dann beim nächsten Mal.)

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Die ersten beiden Episoden meines Roman-Serials „Hyperdrive“ gibt es hier:
Episode 1: Der Rebell http://amzn.to/Qmy19P
Episode 2: Kronos Schatten http://amzn.to/RYo1lc


1. November 2012

GRATIS "Hyperdrive: 1 Der Rebell"




Mein eBook „Hyperdrive: 1 Der Rebell“ ist Freitag, den 2. November und Samstag, den 3. November zum kostenlosen Download bei Amazon erhältlich.

2. November 2012 - 3. November 2012 gratis auf Amazon

Horus W. Odenthal
„Hyperdrive: 1 Der Rebell“

HIER kann man das eBook herunterladen.

Info zum Buch:

Eine Mischung aus Abenteuer, Polit-Thriller und hard-boiled Space Opera. 

Die Menschheit hat sich im All ausgebreitet und ist in eine heterogene Vielfalt unterschiedlicher Staaten und Machtblöcke zerfallen. Hyperdrive erzählt die Schicksale einer Reihe von Menschen, deren Schicksale sich im Angesicht des bevorstehenden Krieges miteinander verknüpfen.

Sam B. bezeichnet sich selber als „Krisenmanagerin mit robuster Kompetenz“. Als sie einen Auftrag annimmt, der sie nach privaten und beruflichen Tiefschlägen wieder aufbauen soll, weiß sie nicht worauf sie sich dabei einlässt. Der Mann, den sie an einem Nebenkriegsschauplatz im galaktischen Hinterland aus feindlicher Gefangenschaft befreien und rekrutieren soll, ist Dugan Raijaw, ein berüchtigter Aufrührer mit charismatischer Persönlichkeit und wird von einer elementar brachialen inneren Energie getrieben. Er ist eine lebende Zeitbombe, die leider genau in dem Moment zu explodieren droht, wo sie in Sam B.s Leben tritt. Er reißt sie in einen Mahlstrom der Ereignisse, der droht, sie fortzureißen und zu zerstören, mitten hinein in den Kern der sich dadurch zuspitzenden politischen und kriegerischen Ereignisse.



Die zweite Episode von HYPERDRIVE "Kronos' Schatten" ist ebenfalls bereits auf Amazon erschien.
Er ist HIER erhältlich.

Ninragon and beyond … | Die Welt nach Ninragon


Was habe ich in einem Tweet geschrieben: Ninragon – Die Trilogie ist vollendet.
So ist es auch: Drei Bücher sind erschienen, das sollte reichen eine Trilogie zu vollenden.
Und jetzt gibt es einige Stimmen, die mir zurückmelden, dass doch einige Fragen unbeantwortet geblieben sind. Wie schreibt ein Leser: „… in Ninragon gibt es zu viele interessante Figuren und Handlungsstränge, als dass nicht alles in mir danach schreien würde zu erfahren wie es weitergeht …“
Sind in „Ninragon“ also Fragen von mir als Autor nicht beantwortet worden?
Meine Antwort darauf ist: Ja – und nein.
Aus folgendem Grund: Ich denke, man muss unterscheiden zwischen der Geschichte, die in „Ninragon“ erzählt wird – und der Welt.
Die Geschichte, die mit Fug und Recht den Namen „Ninragon“ trägt, findet mit den drei Bänden ihren Abschluss, sie ist in sich geschlossen. Wir erfahren genau wie Auric zu Ninragon wird. In dieser Beziehung bleibt keine Frage offen, nichts bleibt ungeklärt, kein Erzählfaden bleibt unverknüpft oder lose baumelnd.
Aber, fragt der Leser, und das mit Recht weiter: „Was geschieht jetzt in Idirium mit dem **** *** und Idirium selbst? Was mit der *******armee? Wo ist Eisenkrone abgeblieben, woher kommt die *****anführerin?“
Meine Antwort: Das ist nicht die Geschichte Ninragons, das ist Teil der Geschichte dieser Welt.
Was geschieht mit Eisenkrone? In „Krieg und Frieden“ kommt auch Napoleon vor, und wir erwarten nicht, das hier sein ganzer Lebensweg weiter gezeichnet wird bis zum bitteren Ende in Lockwood House auf St. Helena.
Trotzdem aber keine Angst, ich habe nicht vor, in dieser Hinsicht den Leser hängen zu lassen. Es wird Antworten auf diese Fragen geben; ich habe nur eine etwas andere Erzählstrategie gewählt als ein anderer Erzähler, den dieser Leser zum Vergleich anführt. Meine Erzählstrategie heißt: Die Welt und ihre Geschichten.
Bei George R.R. Martin, sagt dieser Leser (dem Autor vom „Lied von Eis und Feuer“, den Fernsehzuschauern auch bekannt als „Game of Thrones“) „… hätten wir auf all das Antworten erhalten. Bei ihm wären aus all diesen Personen Erzählstränge geworden, die sich erst unabhängig entwickeln und dann miteinander verflochten worden wären oder auch einfach nur neu entstehen.“
Das ist richtig. George R.R. Martin hat diese Strategie gewählt: Die Welt ist die Geschichte, und alles entwickelt sich parallel in einem Buch – oder in vielen, wir wissen nicht wie vielen, aufeinander folgenden Büchern.
Ich gebe zu bedenken, dass Martin mit seiner Geschichte noch nicht bis zum Ende gelangt ist, seine Leser Jahre auf Fortsetzungen warten müssen und nicht klar ist, in wie vielen Bänden, wenn überhaupt, Martin die Geschichte wird abschließen können. Zu viele POV-Perpektiven werfen derart parallel nebeneinander behandelt – besonders wenn die Kapitel die von Martin gewählte, annähernd gleiche Länge haben – gewaltige Probleme auf.
Auch aus diesem Grund habe ich mich zu einer anderen Strategie entschlossen.
Wie gesagt: Die Geschichte des Ninragon ist beendet. Ninragon war genauso, jedenfalls was den Plotbogen betrifft, von Anfang an von mir geplant. Es wurde nichts abgehackt, genau hier sollte der Schluss sein. Auric ist zu Ninragon geworden. Punkt.
Ich habe „Ninragon“ aus der Geschichte dieser Welt herausdestilliert, so wie auch jeder andere Romancier, der seine Geschichten in keiner fiktiven Welt ansiedelt sondern (vorgeblich) in der unseren, eine Geschichte aus dem ganzen Getriebe unserer Welt herausgreift und nicht den Anspruch erhebt, unsere ganze Welt zu beschreiben. (Jedenfalls die meisten nicht.)
Anders als Martin erzähle ich das alles nicht parallel, sondern ich werde nun aus dem ganzen Getriebe dieser Welt eine neue Plotline, eine neue Geschichte herausgreifen, die auch in sich abgeschlossen ist. Und so weiter und so weiter. Von verschiedener Länge, von verschiedenen Standpunkten, in verschiedenen Zeiten.
Keine Geschichte liefert alle Antworten der Welt. Das tut keine Geschichte, das tut das Leben auch nicht.
Im Leben ergänzen sich auch immer erst mehrere Geschichten zu einem großen Bild, zu einem Tableau. Nachdem man verschiedene Standpunkte kennengelernt hat, beginnt man das Tableau zu erkennen. 
Die Geschichte von Ninragon ist zu Ende aber was die Welt betrifft:
Alles kommt zusammen. Das war erst der Anfang.
Mein Plan ist es, die große Geschichte, die der Welt, so bald wie möglich fortzusetzen. Dazu liegen bereits Exposees und für mehrere Bücher sowie insgesamt etwa 200 Seiten Text vor. (Mehr sogar, wenn man die Geschichten aus dem weiteren Kreis des Ninragon mit einberechnet.)
Ich will hier nur einen kurzen Ausblick geben:
Der (chronologisch) nächste von mir geplante Roman wird „Homunkulus“ heißen und spielt fünf Jahre nach Ninragon in der Stadt Rhun. Es ist eine Geschichte, die Fantasy mit Elementen eines hard-boiled Cop-Thrillers mischt.
Die Hauptperson ist ein weiblicher Cop, naja, ein Mitglied der Stadtmiliz Rhun, die nur ihre Stadt sauber halten will. Wenn nötig mit harter Hand. Und plötzlich nicht mehr weiß, auf welcher Seite er eigentlich steht. 
Das hört sich zunächst so an, als würde ich eine ganz neue Geschichte erzählen, aber in Homunkulus werden viele der Fragen aus „Ninragon“ beantwortet, u.a. die nach der Bedrohung für das Idirische Reich und danach, was mit dem Einen Weg geschieht.
Der nächste Roman ist zwei Jahre später angesiedelt, greift die Ereignisse zur Zeit des Ninragon aus verschiedenen anderen Perspektiven auf, führt sie in der Erzählgegenwart zusammen und trägt sie weiter in die Zukunft. Den Titel möchte ich hier, aus bestimmten Spoiler-Gründen, noch nicht verraten. Ich kann nur versprechen, dass in diesem Buch aus dem „Ninragon“ bekannte Charaktere wieder auftauchen werden.
Danach wird es wahrscheinlich wieder mit einer längeren Geschichte weitergehen, wahrscheinlich wieder einer Trilogie, die mit verschiedenen parallelen Perspektiven spielt.
Eine andere Geschichte spielt 400 Jahre später und zeigt in der großen Perspektive, was aus all dem, was in Ninragon angelegt wurde, sich entwickelt hat.
Wenn alles nach Plan läuft, werde ich die Geschichte sogar in die Gegenwart tragen. Das wird dann in Teilen der Geschichte so etwas wie Urban Fantasy sein. Und selbst hier werden aus dem „Ninragon“ bekannte Charaktere auftauchen. Einigen meiner Leser dürfte diese Geschichte in Teilen und anderer Form bereits bekannt sein; sie heißt „Interregnum“.
Ja, und auch Eisenkrone wird wieder auftauchen. Wie könnte man einen interessanten Charakter wie ihn fallenlassen? Und sein Gefährte Vanwe.
Und die Kreatur, die in Norgond die Senphoren der Reihe nach umbrachte und die Auric vergeblich verfolgte, wird ebenfalls wieder auftauchen. Und eine wichtige Rolle spielen.
„Ninragon“ ist zu Ende. Die Geschichte, ihr Bogen sind in sich geschlossen. Die Geschichte der Welt, des „Ninragon-Universums“ geht weiter.
Wie sagte Steven King:
"Ich schreibe so lange, bis der Leser davon überzeugt ist, in der Hand eines erstklassigen Wahnsinnigen zu sein"
Und damit schließe ich meinen Post für heute. Amen, meine Damen und Herren, Jungs und Mädels, Dudes und Dudesses. Gehet hin und sündigt fortan nicht mehr auf Arten, auf die ich nicht auch ab und zu mal eine saftige Sünde begehen würde.