18. Oktober 2012

The Return of the Blog


Hallo, meine Damen und Herren, Jungs und Mädels, Dudes und Dudesses!


Lange nichts mehr voneinander gehört. Es war eine geschäftige Zeit. Jetzt bin ich wieder da und melde mich wieder.
Und ab jetzt werdet ihr wieder regelmäßiger von mir hören.
Also, was ist in letzter Zeit passiert?
Da gab es also die Gratis-Aktion für „Ninragon 1“; das war das letzte, was ich gepostet habe.
Und die ist ausgesprochen gut gelaufen. Ganz allmählich tauchte Ninragon gegen Mittag in den SF und Fantasy-Charts von Amazon auf. (Amazon trennt rigoros in regulär und gratis auf, um die Fairness zu wahren.) Innerhalb von wenigen Stunden zog Ninragon gewaltig an, und in den beiden Tagen der Aktion erreichte er schnell Platz 1 in (fast) allen relevanten Kategorien: Fantasy, SF/Fantasy, Belletristik. Allein unter „eBooks“, also Belletristik, Sachbücher, Bildbände usw. zusammengenommen, erreichte er lediglich Platz 2. Von allen Kindle-Büchern der Sparte. 
Das nenne ich Interesse.
Jetzt geht es an die Eroberung der linken Spalte, der kostenpflichtigen eBooks.
Aber da tauchte „Ninragon 1“ auch schon am nächsten Tag hochplatziert auf. Und stieg.
Es geht also weiter!
Dass sich die Meinungen an „Ninragon“ spalten werden, war von Anfang an klar. Die Fans herkömmlicher Kuschel-Fantasy werden mit „Ninragon“ Schwierigkeiten haben, einem Roman, der sich zum Ziel gesetzt hat, der märchenhaften Ausprägung des Genres einen Zug des Realismus entgegenzusetzen. Kein klares Schwarz und Weiß. Moralisch gebrochene Charaktere. Und vor allem stelle ich Gewalt und Krieg nicht als ein Feld ungetrübten Heroismus das, sondern als das, was sie wirklich sind: schrecklich, blutig, unbegreifbar. Alles andere wäre schlicht Gewaltverherrlichung. Ich will die Welt so zeigen, wie sie wirklich ist, zwar mit einem Einschlag des Phantastischen aber in ihren Grundzügen und ihrem Erleben so, wie sie uns allen erfahrbar ist. Menschen bleiben Menschen, mit all ihren Licht- und Schattenseiten, ob sie sich nun technischer Errungenschaften bedienen oder der Magie. Und Politik bleibt Politik, egal ob in unserer Welt und in unserer Zeit oder in einem imaginären Reich namens Idirium.
Aber mich freut es umso mehr, dass die bisherigen Rezensionen so positiv sind und viele auch den Kern, dessen, was ich ausdrücken wollte, begriffen haben. Anscheinend gibt es einen Wunsch nach ehrlicher, authentischer Fantasy, die über das Dunkler-Herrscher-Knabe-der-Prophezeiung-Muster hinausgeht.
Was hat es noch seitdem gegeben?
Es gab verschiedene Interviews. Auf Phantastopia, im reflex-magazin, in „Merlins Bücherkiste“ und auf Zauberspiegel-online. Für mich ein Novom war es, ein Interview über einen Chat zu führen, wie das beim Team von Phantastopia der Fall war. Da war ich von meiner Tipp-Geschwindigkeit mal so richtig herausgefordert, weil die Finger nicht meinem Gedankenstrom hinterherkommen wollten. Aber das nette Team von Phantastopia hat das Ganze zu einem wahren Vergnügen gemacht. Jungs und Mädels, es war mir eine Freude. Schaut doch einmal auf dieser ambitionierten Seite vorbei! Ihr werdet viel Interessantes dort finden. Das gleiche gilt für „Merlins Bücherkiste“. Zum Zauberspiegel brauche ich nicht mehr viel zu sagen; er ist den meisten Phantastik-Fans ohnehin ein Begriff.
Das Interview im re>flex-magazin wurde von Joshua Groß geführt, der schon vorher einen äußerst klugen Artikel zu meinem Essay über den Comic in Plaque 2 geschrieben hatte.
Weiterhin gab es ein Hörfunk-Interview mit Antenne AC, bei dem ich nicht sicher bin, wann es gesendet wird oder ob es bereits gesendet wurde. Jedenfalls ergab sich hier zum ersten Mal für mich die Gelegenheit zu einer Lesung aus meinem Werken. Was einigermaßen verwunderlich ist, bedenkt man, wie lange ich schon im Geschäft des Geschichtenerzählens bin, aber schon weniger verblüfft, wenn man berücksichtigt, dass sich Comics wegen ihrer Bildlastigkeit nun einmal nicht so gut zum Vortrag eignen. Ich habe es genossen, der Geschichte meine eigene Stimme zu geben. Wobei ich schon etwas Übung hatte, nach dem abendlichen Vortrag von „Wind in den Weiden“ oder Ähnlichem am Bett meiner beiden Mädchen. Ich freue mich schon darauf, Figuren wie Jag meine Stimme zu geben. Dialoge sind beim Vortrag immer das Schönste.
Weiterhin habe ich an einer Übersetzung eines Probetextes aus dem Ninragon gearbeitet, die mir zumindest das Lob zweier Muttersprachler einbrachte. Ich musste dabei entdecken – fluchend, wie ich mich beeile hinzuzufügen –, dass ich die gewissen Eigenheiten und Möglichkeiten der deutschen Sprache an manchen Stellen wirklich erschöpfend (zumindest für mich als Übersetzer) genutzt habe. Einige Passagen waren fast unübersetzbar. Und das, wo ich doch immer beklage, wie klein das Vokabular des Deutschen im Vergleich zum Englischen ist. Anscheinend habe ich gut gelernt zu kompensieren. Damn!
Dann stand noch mein Geburtstag auf dem Programm, der dank meiner drei Mädchen und all meiner Freunde zu einem großen Vergnügen und Fest wurde. Rock‘nRoll, Jungs, Rock‘n‘Roll! Ich habe mich toll amüsiert und mich gefreut, viele gute Freunde nach langer Zeit endlich einmal wiederzusehen.
Damit verbunden war ein anschließender Kurztrip nach England zu meinem Freund und werten Schriftstellerkollegen Chris Dows, den ich noch aus Comic-Tagen kenne, als er Teil des Duos war, das den genialen Comic „Autumn“ schrieb, den ich die Ehre hatte zu zeichnen. Chris und seine Gattin Lisa haben mir eine tolle Nachgeburtstagsfeier mit großartigem selbstgebrauten Bier bereitet. Mehr gab‘s dann am nächsten Tag beim Beerdrinker‘s Golf, dem Wandern von Pub zu Pub (zum Teil am Strand vorbei) mit den dazugehörigen Pints verschiedener großartiger englischer „real ales“.
Chris ist seit langen Jahren bei der schreibenden Zunft, von Comics (u.a. Star Trek) über Fachartikel in gängigen Magazinen zur Belletristik. Checkt seine Sachen aus, es lohnt sich! Seine neuesten Werke sind seine Beiträge zum Warhammer-40.000-Mythos: „In the Shadow of the Emperor“ in Hammer and Bolter #14 und „The Mouth of Chaos“ in Hammer and Bolter # 22. Und Achtung: Da kommt noch mehr! Ich denke von Chris sind noch ganz viele großartige Bücher zu erwarten. The best is yet to come, old pal.
Tja, und dann gab es da noch die Überarbeitung von „Hyperdrive“ zur Publikation. Meine Verirrungen und Fehleinschätzungen, will sagen mein langer Weg zur Wahrheit, was mit diesem Titel am besten geschehen sollte, ist wohl in vorhergehenden Posts ausgiebig dokumentiert. 
Ich kann nur sagen, dass ich sehr zufrieden mit meiner Entscheidung zur Überarbeitung bin und mit dem, was dabei herauskommt.
Aber Mann, ist das eine mühsame Arbeit, seine eigene Vergangenheit in die Gegenwart zu bringen! Ein Projekt, das aus einem bestimmten Gefühl und aus einer bestimmten Haltung in einer bestimmten Zeit entstand, und das eigentlich rund und fertig und unantastbar erscheint, auseinanderzunehmen und der jetzigen Haltung zum Schreiben anzupassen und auf den zur Zeit bestmöglichen Stand zu heben. Es ist mühsam und schmerzhaft, aber ich glaube ich bin in diesem Prozess so sehr schriftstellerisch gereift wie noch bei keinem anderen Projekt. Man wird sich dadurch über seinen eigenen Standpunkt zum Schreiben und seine Herangehensweise klarer als beim normalen Prozess, wo eher das instinktive Geschöpf im Bauch die Führung übernimmt. Komplett etwas neu schreiben ist wahrhaftig leichter. Aber ich lerne und wachse daran. Und ich bin froh, diese Geschichte, die mir sehr am Herzen liegt, aus dem Limbo gerettet und ans Licht des Tages gebracht zu haben. Diese Geschichte ist das alles wert. Dugan, Sam B., Giébra, Arnau, der kleine Wolf und all diese Charaktere sind es wert.
Die zweite Episode von Hyperdrive wird erscheinen, sobald wir ein Cover haben.
So und dann noch eins. Mein Blog wird jetzt auch illustrierter werden. 
Sobald ich auch das verdammte Übertragungskabel zu der Kamera gefunden habe, die es auch mir Simpel, der nur gelernt hat, die Welt mit Papier und Zeichenstift zu sehen, ermöglich, anständige Fotos zu machen – im Gegensatz zur hochkomplexem Spiegelreflex-Dingens-Gedönsheimer-Kamera meiner werten Gattin.
Und damit wäre dann mein heutiger Blogpost auch schon fast zu einer Tirade geraten, was ja an sich auch was Schönes ist.
Na ja, ein anderer Tag, ein anderes Blog. 
Growl!!!!

In diesem Sinne.

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