24. September 2012

Neue Zeit, neue Stimme – Neuer Roman




So, die erste Episode von „Hyperdrive“ ist erschienen und kann als eBook bei Amazon für 0,99 € runtergeladen werden.
Ich stehe, während ich das schreibe, einen Tag davor, mich in das Schreiben der Endversion von Episode 2 und 3 zu stürzen. Bisher habe ich mir einen intensiven Überblick verschafft, erste Anmerkungen gemacht und mich in die komplexe und von Ninragon so grundverschiedene Thematik eingearbeitet. Diese Welt fußt auf technischen, nicht magischen Termini, und diesen Unterbau musste ich mir erst einmal wieder aneignen – der Leser bekommt ihn so niemals zu sehen, er muss aber dennoch vorhanden und präzise ausgearbeitet sein, damit das, was an der Oberfläche geschieht, die Geschichte, sich plausibel vollzieht und den Geruch einer Realität zum Leser herüberwehen lässt. Außerdem muss ich mich den Charakteren wieder stärker annähern, als das einfach so beim Lesen der Fall ist.
Nachdem erst einmal der Sprung geschafft war, dass ich dieses Buch mit meinen heutigen Fähigkeiten überarbeiten will, habe ich vieles gefunden, was mich von dem Autoren von damals unterscheidet. Man kann es glaube ich dahingehend zusammenfassen, dass ich damals einen Befreiungsschlag gegenüber dem Korsett des Comics geführt habe, dass ich mich heute dagegen noch mehr und klarer als ein Schriftsteller sehe, der seinen Leser im Blick hat, sich im Dialog mit ihm weiß – in Abgrenzung zu einer Literatur, die nichts als Nabelschau und Selbstgespräch sein will.
Interessant ist für mich auch, jetzt da die erste Episode erschienen ist, der Vergleich zwischen „Ninragon“ und „Hyperdrive“. Sprachlich, stilistisch. Ich bin sehr gespannt, wie die Leser darauf reagieren. „Hyperdrive“ hat noch etwas „Heutigeres“, Gegenwärtigeres. Ich will mir nicht zumessen, noch mehr dazu zu sagen; das steht mir als Autor nicht zu. Das sollen vor allem die Leser selber herausfinden und werten. Obwohl ich auch bei „Ninragon“ versucht habe, ihm – in Abgrenzung gegen Fantasy, die es mir oft schwierig macht, sich mit ihr anzufreunden – auch diesen gegenwärtigen Ton zu geben, so dass außer Zweifel steht, dass es sich um eine Gegenwart handelt – für die Protagonisten und den Leser im Moment der Lektüre –, um der Geschichte eine Unmittelbarkeit und Nähe fernab von aller Mittelalter-Verbrämung zu geben, umweht doch trotzdem die Zukunft von „Hyperdrive“ ein anderer Ton der Gegenwärtigkeit.
Und ich fand es sehr amüsant zu sehen, dass ich damals mit einer herrlichen Unverdorbenheit ein paar angebliche Erzählkonventionen ganz selbstverständlich gebrochen und der Geschichte dadurch einen noch unmittelbareren Ton gegeben habe. – Tatsächlich, entgegen aller weiser Ratgeber und „das macht man eben so“ funktioniert es, und es funktioniert besser, als hätte ich mich an die Regeln gehalten.
Der beste Beweis dafür, ist wahrscheinlich, dass die meisten Leser dies gar nicht bemerken werden.
Das instinktgetriebene Vieh in mir, das für einen großen Teil der kreativen Prozesse zuständig ist, hatte sich damals an einer anderen Atmosphäre berauscht, ist darin untergetaucht und mit der ihr gemäßen Stimme wieder an die Oberfläche gekommen. Ohne zu fragen, ohne zu zergliedern, ganz einfach so. Und es hatte wie so oft Recht.
So, jedenfalls ist Hyperdrive, Episode 1 draußen, und ich bin sehr stolz darauf und harre der Leserreaktionen.
Hyperdrive ist meine persönliche Art Science Fiction zu erzählen. Keine Wissenschaftsabhandlung, keine Extrapolationsambitionen, einfach nur eine gute, interessante Geschichte vor einem farbigen Hintergrund. Unambitioniert wie ich bin. Mit all den Versatzstücken, die mich schon als Kind fasziniert haben, aber den Menschen, ihrer Art zu denken, zu handeln, zu funktionieren, wie wir sie aus unserer Gegenwart und Erfahrung kennen. Den gleichen „human conditions“. Den gleichen Verwicklungen und Winkelzügen in der Politik. Manches ändert sich eben nie.
„Hyperdrive“ kann also auch mit Fug und Recht ein Thriller genannt werden, eine Abenteuergeschichte, die in einem zukünftigen Milieu spielt.
So, genug der langen Rede. Viel Spaß mit „Hyperdrive“.

Bei Amazon kaufen könnt ihr „Hyperdrive“ hier.

Wer den Stil-Vergleich machen will, findet die „Ninragon“-Bände nach wie vor hier:
„Die standhafte Feste“ http://amzn.to/QhC6dz
„Der Keil des Himmels“ http://amzn.to/NLiI9C
„Der Fall der Feste“ http://amzn.to/QN0YaG

Leseproben dazu gibt es hier:
„Krähen, zerfetztes Banner“ aus Ninragon 1: http://bit.ly/T8NJF4
und „Das Herz der Zivilisation“ aus Ninragon 2: http://bit.ly/MkCzIt,
außerdem „Im Feuer“ aus Ninragon 1: http://bit.ly/ORFmJv

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