3. September 2012

Django kennt Gnade – der Lektor nicht


In meinem letzten Blogpost proklamierte ich voller Verve den Respekt, den ich meinem jüngeren Ichgegenüber empfinde, das den Roman „Hyperdrive“ geschrieben hat, und dass ich deshalb nur wenig in den Text eingreifen und ich ihn lediglich wie ein milder Redakteur glätten will.
So ging ich also hin und tat dem so, sandte dann zufrieden den Text an meinen Lektor.
Zurück kam eine eMail, in der ich Folgendes lesen musste:
„Ich habe in Deinem Blog gesehen, dass Du mit großem Respekt Deinem alten Autorenkollegen an die Sache rangehen willst. Dein Lektor aber nicht.. ;) 
Du musst jetzt tapfer sein: 
Dein Anfang wird ersatzlos gestrichen, vernichtet, auf immer und ewig...
Der neue Anfang lautet …“
Und dann muss ich da eine Sequenz lesen, die sich, nach meinem Empfinden, mitten im Roman steht. 
Fuck!
Was?
Meine ersten Kapitel? Warum? Die sind doch völlig begnadet. Ich habe die Sätze und ihren Rhythmus geliebt, die Beschreibungen, die Stimmungen … Was will der Kerl von mir?
„Alles davor wird tabula rasa“, geht‘s bei ihm weiter. „Weine ihm keine Träne nach, zum Autor-Dasein gehört das Verbrennen von Texten dazu. Aber das weisst Du sicher längst. (…) Durch diese Streichung gewinnt der Anfang meiner Meinung nach enorm.“
Was soll das? Der Text, der dann übrig bleibt, ist doch total verstümmelt. Wie kommt das denn, wenn der Roman anfängt mit … Ich denke, ich grüble. Ein paar Minuten vergehen.
Ich schreibe zurück.
„Hallo du Stinkstiefel. Warum musst du eigentlich immer Recht haben. Kürzt der meine Lieblingsstelle …“
Ja, er hatte Recht: Der Roman wird besser dadurch. 
Ja, und ich musste mir nach einigem Sinnieren dann die Frage stellen: Wen respektierst du eigentlich mehr, dein jüngeres Selbst, das diesen Text geschrieben hat oder den Leser, der den besten und unterhaltsamsten Roman verdient, den abzuliefern imstande bist?
Ab einem bestimmten Punkt – ich glaube, es war das dritte Komma – wird eine an sich selbst formulierte Frage zu einer rhetorischen.
Also setze ich mich in ein paar Tagen dran und stricke den Roman um. Und werde ihn dadurch besser machen. Ich freue mich schon drauf. Das wird ein großartiger Roman. Ich werde meinen Lesern mein verdammt Bestes geben.
„Hyperdrive“ heißt das Teil, und es rockt das Haus.

Ach und übrigens: Eigentlich ist mein Lektor ja ein netter Kerl. Ein paar Mails später schrieb er mir dann Folgendes:
„By the way: die guten Sätze sind nicht im gestrichenen Anfang, die kommen später bei Sam B. und sind also noch drin ;) Der Cliffhanger ist gemein, ich moechte SOFORT den nächsten Teil.“ 
Neben einigen anderen positiven Bemerkungen zu meinem Roman, die mich geschmeichelt haben erröten lassen.
Ich bin eben zu verdammt bescheiden und schüchtern.
Rock‘n‘Roll, Leute, Rock‘n‘fuckin‘Roll!!!

Howdy!
See you on the Range.

Horus

P.S.:
Ninragon rockt übrigens auch. Aber so was von. 
Also.
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Wer‘s nicht gleich und sofort uneingeschränkt glauben will, kann ja in die Leseproben reinschauen:
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1 Kommentar:

  1. Apropos Cliffhanger: Gerade bin ich im letzten Viertel vom Fall der Feste + bin gespannt aufs Finale - da bekomme ich ein 600SeitenSkript rein das ich asap lesen muß... Gut, gestern Nacht war ich damit durch und kann wieder zurück zu Ninragon der, ich muß es zugeben, deutlich spannender ist! (Hoffentlich liest das der Redakteur nicht...)

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