2. Juli 2012

Warum eBooks?

Hallo, meine Damen und Herren, Jungs und Mädels, Dudes an Dudesses!

Warum ein eBook?
Das fragen sich vielleicht einige die mich kennen. Warum zur Hölle gibt Horus ein eBook heraus?
Berechtigte Frage.
Wo bin ich also, wo stehe ich? Ich habe „Ninragon“ geschrieben, einen Roman, der aus drei Teilen besteht, ein Monster von einem Roman, ich habe zwei weitere Romane geschrieben, die aus bestimmten Gründen – die nichts mit ihrer Qualität zu tun haben – noch nicht für‘s Licht der Öffentlichkeit bestimmt sind, habe rund ein halbes Dutzend Exposees mitsamt 50-150 ersten Seiten für weitere Romane im Ninragon-Universum fertig, ich habe jetzt also ein ansehnliches Portfolio, und ich habe einen Agenten, der mich gut und leidenschaftlich vertritt (mein Gruß hier an Gerd Rumler!). Warum also ein eBook? Ich könnte mich doch jetzt eigentlich beruhigt zurücklehnen und all der guten Dinge harren, die dort kommen?
Die Antwort ist, dass ich so nicht funktioniere.
Genau das, das Zurücklehnen und darauf Warten, was andere tun, so gut und leidenschaftlich sie auch immer sein mögen (und ich lege mein vollstes Vertrauen in meinen Agenten), das Warten, dass die Initiative von anderen ausgeht – genau das liegt mir nicht.
Ich muss selber etwas tun, ich muss selber etwas bewegen.
„I always loved the feel of sweat on my shirt, stand back, son, and let a man work …“ Diese Zeilen von Bruce Springsteens neuer LP „Wrecking Ball“ kann ich voll unterschreiben.
Ich muss etwas tun, ich muss etwas bewegen, das Stillsitzen und Warten liegt mir nicht.

Warum also eBooks?

Die eBooks haben mich gefunden. Sie haben mich gejagt, sie haben mich aus allen Ecken belauert.
Von überall sprangen mich Meldungen über eBooks an. Und irgendetwas in meinen Nackenhaaren kribbelte. Aber ich habe es weggewischt, als wüsste ich nicht, ist das Schweiß dort oder ist das irgendeine Spinne, die auf mich herabgefallen ist.
Dann kam Weihnachten 2012 und ich bekam einen Kindle geschenkt. Die Geschichte der Beziehung zwischen mir und dem Kindle wird noch zu erzählen sein. An anderer Stelle.
Mehr Meldungen von überall her, über Autoren, deren Erfahrung mit eBooks. Der Spinnensinn klingelt, aber ich weiß noch nicht wo die Glocke hängt. Auch von Top-10-Autoren, die bei ihrem Verlag aussteigen und ihr Ding selber durchziehen. Ich rieche den Kaffee, aber ich weigere mich, in die Richtung zu schauen, aus der der Geruch kommt. Ich habe schließlich einen Agenten, etc, usw. pp. Und das eine schließt das andere doch aus. Oder?
Ich kann ein eBook gratis herunterladen, tue es – es ist ein Buch darüber, wie man selber ein eBook erstellt und vertreibt. Ich hänge am Telefon mit meinem Agenten. 
– Bei mir spukt was im Kopf rum. 
– Ja…? Aber …?
Ich erzähle die ganze Sache. Positive Reaktion auf der anderen Seite der Leitung. Gute Sache. Zustimmung.
– Aber sind dann meine Sachen nicht für Print-Verlage verbrannt?
– Unsinn. Print-Bücher sind die eine Sache, eBooks die andere. Zieh‘n Sie‘s durch. Ich kümmere mich um die andere Seite. Ist eine gute Sache.
Noch ein paar Erklärungen und Erläuterungen hin und her. Gespräch über dies und das. Füßescharren unterm Schreibtisch.
Klack.
Verbindung beendet. Ich sitze da. Yeah. Das war‘s, was ich hören wollte.
Die nächsten Tage vibriert mein Körper, ich spüre eine tolle, aufregende Spannung in mir, die mich durch den Tag trägt. Ich mache etwas, ich bin unterwegs. Es fühlt sich gut an.
Und da bin ich nun. Ein paar Monate, ein Nahtod-Erlebnis und eine Wiedergeburt später. 
Der erste Teil meiner Ninragon-Trilogie ist bei Amazon erhältlich, Teil 2 und 3 fliegen in Warteschleife.
Darum eBooks. Genau darum.

Und die Zeit dazwischen? Die Arbeit, der Kindle, die Wiedergeburt?
Ist eine andere Geschichte. Oder mehrere. Manche sollten erzählt werden, anderre nicht.
Die Sonne brennt auf die Wüste nieder und backt alles zu Staub und Salz und Träumen. Wenn man dort seinen Weg geht, ist manches, was man sieht nur Luftspiegelung. Und manches ist so real, dass du es bis tief in deine Knochen hinein spürst. Trotzdem bleibt gerade davon vieles ein Geheimnis.
Und genau das ist der Kern aller Kunst.

Kommentare:

  1. Salü, Dude!
    Schöne Sache das, nur leider, leider werde ich auf die Printversion warten - ich hasse es längere Texte auf dem Monitor zu lesen und so neumodische Sachen Handy, smartphone oder Tabletts habe ich nicht :( ...
    Aber ich hoffe die "Bücher" verkaufen sich wie Schnitzel!

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    1. Hi, Geier!
      Hey, dude, long time no see. Danke für den Kommentar.
      Finde aber längere Texte sind eher ein Argument für einen Kindle oder anderen Reader. Am Monitor lese ich ach nicht. Aber ein Kindle oder Tablet ist eine andere Liga. Und ein Kindle kostet heute doch nix mehr.
      Außerdem kann ich da nur die Antwort anfügen, die ich gestern Chris Cotton Wool Sheep gegeben habe: "Trau dich ruhig mal an eBooks ran. Ein Kindle ist sexy. Nie mehr abends im Bett eine Sehnenscheidenentzündung kriegen. Ich meine natürlich von einem zu schweren Wälzer. Einmal ein Buch auf dem Kindle (oder Tablet oder whatever) gelesen, willst du niemals mehr anders. Mir ging's auch so wie dir, und ich bin ein extremer Buchfetischist. Jetzt les' ich erstmal das Zeug auf dem Kindle und wenn das Buch rockt, stelle ich mir anschließend das toll aufgemachte Hardcover ins Regal, für abends im Ohrensessel. Natürlich in Originalsprache. Was ja bei mir Deutsch wäre. Hey, noch ein Pluspunkt für meine Story. Zieh'S dir rein, und wenn du nicht am Ende vom dritten Band so geflasht bist, dass du sagst "Hey, zur Hölle, was war denn das?" und dann gleich noch mal von vorne anfangen willst, dann sprechen wir mal persönlich drüber."
      http://www.facebook.com/laburrini/posts/439118506122620?comment_id=90217794&notif_t=comment_mention
      In diesem Sinne, Geier,
      Howdy!
      See you on the Range.

      Horus

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