31. Dezember 2012

Ein gutes Jahr!

Vielen Dank für eure Besuche, eure Begleitung und euer Feedback im Jahr 2012.
Ich wünsche euch einen guten Rutsch und ein wunderbares Jahr 2013.
Wir hören voneinander im neuen Jahr. Dann werden alle Systeme wieder hochgefahren.
Auf viel Spaß, Freude, viele Glücksmomente, auf Wachsen und Gedeihen.
Alles Gute!
Horus


PS: Wow, schau mir gerade Veröffentlichungen an. 10 neue Veröffentlichungen in einem Jahr. Ein gutes Jahr!

27. Dezember 2012

Noch einmal gratis: Ninragon 1

Noch einmal gibt es den ersten Band meiner Roman-Trilogie "Ninragon" kostenlos bei Amazon.
Dies ist eure letzte Chance, den ersten Band kostenlos zu bekommen.

28. Dezember 2012 - 29. Dezember 2012 gratis auf Amazon.de:

Horus W. Odenthal
„Ninragon – Band 1: Die standhafte Feste“ 

Download unter:

Info zum Buch:

Darachel, ein Ninra, Angehöriger einer uralten, weltabgewandten Rasse, die sich in ihre abgelegenen, gewaltigen Festungen zurückgezogen hat, findet einen schwerverletzten Menschen, der ihm die Geschichte seines Lebens erzählt.
Es ist die Geschichte von Auric dem Schwarzen, der dachte, nur um sein eigenes Leben und Schicksal zu kämpfen, sich aber unversehens in etwas viel Größeres, Dunkleres und Weitreichenderes verstrickt sieht. 
Egal, wie die Zeit aussieht, in der wir leben, egal mit welchen Waffen wir kämpfen und wie die Städte aussehen, in denen wir leben, immer vergessen wir allzu leicht, dass unsere Gegenwart wenig mehr ist, als die uns sichtbare Oberfläche eines gewaltigen Ozean, der uns trägt und in dem, uns unsichtbar, die Schatten und Mahre der Vergangenheit hausen.

„Es gibt derzeit nichts, das dem Vergleich mit Ninragon standhalten würde. Das ist definitiv das Beste epische Fantasywerk der letzten Jahre. Sprachlich geht Horus W. Odenthal in die Pole Position - und platziert sich weit vor all seinen Autorenkollegen, egal wie berühmt sie auch sein mögen.
Könnte ich einen Preis verleihen, würde ich ihn als den besten Newcomer und Ninragon als bestes Fantasywerk küren.“ Hexodus


„Ein Fantasy-Epos das seines Gleichen sucht: NINRAGON von Horus W. Odenthal ist eine Trilogie, die jedem Leser das Herz in der Brust Purzelbäume schlagen lässt vor Glück, dass es auch noch in der heutigen Zeit brillant geschriebene Fantasy gibt, die einen für Tage zu fesseln weiß, und den Leser auf magische Weise verzaubert und in ein Land mitnimmt, das so atemberaubend schön und bildreich dargeboten wird wie in dieser Trilogie. (…) Erst einmal Band 1 in den Händen, wird der Leser von dem Abenteuer, das Auric bestehen muss, derart vereinnahmt, das man alles um sich herum vergißt. (…) Und wer ein packendes Fantasy-Epos lesen will, das seines Gleichen sucht, ist mit Ninragon bestens beraten. Über viele Stunden wird der Leser von der magischen Welt, die sich in diesen Büchern auftut, und beim Lesen regelrecht real zu werden scheint, schier begeistert sein.“ MANIAX.CC

„Odenthal hat eine grandiose Welt erdacht. Plastisch jeder Stein, jedes Tal, alle Kampfschauplätze. Nachvollziehbar, als stünde man mitten im Geschehen. (…) Abenteuer reiht sich an Abenteuer, plausibel ineinandergreifend, logisch aufgebaut. Mann muss diese Bücher einfach lesen. (…) Der Mann hat’s drauf, mein Kompliment.  
Wer Fantasy schätzt, findet hier einen Schatz.“ eBook-Salon

„Es gibt derzeit nichts, das dem Vergleich mit Ninragon standhalten würde. Das ist definitiv das Beste epische Fantasywerk der letzten Jahre. Sprachlich geht Horus W. Odenthal in die Pole Position - und platziert sich weit vor all seinen Autorenkollegen, egal wie berühmt sie auch sein mögen.
Könnte ich einen Preis verleihen, würde ich ihn als den besten Newcomer und Ninragon als bestes Fantasywerk küren.“ Hexodus


25. Dezember 2012

Frohe Weihnachten!


Frohe Weihnachten euch allen!
Rückt mit allen zusammen, denen ihr in Liebe nahe steht, und feiert dieses Fest in der Mitte des Winters und vor dem Beginn eines neuen Jahres.
Um es in den Worten der großen Barden zu sagen:    
"All you need is love." Lennon & McCartney

24. Dezember 2012

Das 24. Türchen


"Deck your screens with stars and spacecrafts, falalalala-lala-la-la"


Als Geschenk an meine Leser gibt es heute hinter dem 24. Türchen eine Wallpaper von "Hyperdrive" zum downloaden. Einfach hier klicken und der Download startet.
Die Wallpaper wurde von Martin Schlierkamp gestaltet unter Verwendung einer Illustration von Algol.
Frohe Weihnachten und ein gutes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2013 euch allen.

Alles Gute!

Horus

22. Dezember 2012

Finale o-ho …

Die letzte Episode von "Hyperdrive" ist jetzt erhältlich.
Noch einmal kocht die Action hoch, im zweiten Teil des Finales und wirbelt die Karten gehörig durcheinander. Und am Ende scheint die Erkenntnis zu bleiben, dass die Schicksale der Menschen, die es hier zusammengetrieben hat, nichts anderes sind als "Ziehende Muster".


unter Verwendung eines Fotos von Shutterstock © Algol, Bildbearbeitung Martin Schlierkamp


19. Dezember 2012

Let's Rumble!!!

Das Jahr nähert sich dem Ende, man besinnt sich auf Zurückliegendes, wird ruhig und in sich gekehrt, UND HYPERDRIVE GEHT IN DIE VORLETZTE RUNDE!!!
LET'S RUMBLE!!!

Und jetzt, mit Weihnachten vor der Tür, wird bei der fünften und vorletzten Episode mehr als ein Lichtlein brennen, mehr als zwei, mehr als drei, mehr als vier. Da brennt gleich der ganze Baum ab. Wer so etwas unserer guten Protagonistin Samantha Bergstrom, genannt Sam B., nicht zugetraut hat, wird sich wundern. Na ja, und es sind ja noch ein paar mehr Leute involviert. Gefährliche Leute. Ich sage nur Kriegerkaste. Braucht man wohl auch, wenn's gegen einen ganzen HiLiner im Orbit, schwer aufgerüstet und vollgestopft mit Streitkräften der UON, geht. Wer kann da schon sagen, wie viel in so einem Fall der beste Plan nützt?
Denn alles kann man niemals berechnen. Und es gibt tatsächlich ein paar Fakten in der Gleichung, von der unsere gute Sam B. keine Ahnung hat.
Seid ihr bereit?
Glaubt ihr, ihr seid bereit?
Okay.
Let's rumble!

18. Dezember 2012

Das Geheimnis des Schreibens


Als Geschichtenerzähler arbeite ich schon lange. Aber ich habe vor einiger Zeit eine bedeutende Veränderung vorgenommen, von der ich auch in diesem Blog berichtet habe: Ich habe das Medium geändert. Ich bin von einem Comic-Erzähler zu einem Schriftsteller geworden.
Wie hat das mein Leben und meine Arbeit verändert?
Es gibt in meinem jetzigen Arbeitsalltag eine Menge Dinge, die mir bekannt sind, aber auch eine Menge Dinge, die mir neu sind.
Okay, da ist zunächst die eigentliche Arbeit: das Geschichten-Erzählen. Das kenne ich ja nun vom Comic her. Trotzdem hat sich in diesem Prozess durch den Wechsel des Modus (oder des Mediums, je nachdem, wie man es sehen will) einiges geändert.
Einiger der oberflächlicheren Aspekte, die sich geändert haben, ist, dass ich nicht mehr während der Arbeit Musik höre. Jedenfalls in der Regel nicht. 
Wenn die Story einmal geschrieben und layoutet/skizziert war, ging‘s ans Zeichnen, und dabei konnte man herrlich die Anlage aufdrehen und sich die Haare wegblasen lassen. Ein großer Teil des Zeichnens war für mich einfach nur noch Routine und Fleißarbeit, die erledigt werden musste, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Will heißen, wenn eine Massenszene im Drehbuch stand (das ich schließlich selber geschrieben habe, deshalb konnte ich auch niemand anderen verfluchen), dann wurden eben Massen gezeichnet – und keine einfache Ausflucht –, egal wie mühsam, langwierig und zermürbend das von der Arbeit her auch war. Und dann hilft manchmal nur: Alle Regler nach rechts, gib den Jungs eine Chance!
Jetzt, wenn ich schreibe, ist Musik eher kontraproduktiv. Die Musik die ich höre, sollte die Klangmelodie des Satzes sein. Da brauche ich den klaren Kopf als Co-Pilot, der die verschiedenen Aspekte, die Ebenen der Story, die Struktur zusammenhält. Damit das instinktive Vieh in meinem Bauch, das den Großteil der Schreibarbeit leistet, nicht vollkommen die Kontrolle übernimmt. Gib ihm Futter, aber lass niemals die Käfigtüre auf!
Der Charakter der Arbeit ist ein anderer geworden, der Fluss ist anders. Es ist eben stärker ein Fluss, weniger zerhackt, weniger ein Springen zwischen dem einen und dem anderen Mittel um einen bestimmten Effekt zu erreichen. Ich glaube, das Machen eines Comics ist mehr mit der Arbeit eines Filmregisseurs zu vergleichen. Es ist sehr synthetisch; es setzt zusammen. Der Charakter der Schriftstellerei geht dagegen sehr an die Quellen des Geschichten-Erzählens, dem mündlichen Erzählen. Es ist ein steter Strom von Worten, eins an das andere gereiht. Wobei die Moderne und ihre kulturellen Einflüsse, die Arbeit im Endeffekt doch etwas komplizierter – und vor allem interessanter macht.
Ich liebe diesen Prozess, den stetig aufrechterhaltenen Traum, der Schreiber und Leser miteinander verbindet. Es gibt nichts, was ich lieber tun würde. Wie ein Comic funktioniert lässt sich zergliedern und ergründen. Wie ich schon sagte: Synthese. Und der kann eine Analyse vorausgehen. Schreiben, wie das funktioniert – es gibt einige kluge Bücher darüber. Aber es bleibt in letzter Linie ein Geheimnis.

17. Dezember 2012

Zwischen den Romanen


Besinnlich?
Man denkt zurück, zieht ein Resümee, nimmt Anlauf und Maß für die nächste Etappe?
Ja, bei der Zeit zwischen den Jahren ist das vielleicht so. Die Zeit zwischen den Romanen – das ist etwas ganz anderes.
Die Zeit zwischen den Romanen – oder den Projekten – ist etwas, was ich normalerweise sorgsam vermeide. 
Hört man „zwischen den Jahren“ etwa auf zu essen? Oder zu trinken? Oder zu atmen?
„In dieser stillen Zeit, in der ich beschließe, die Luft anzuhalten, werde ich mich einmal darauf besinnen, wie ich nächstes Jahr atmen werde.“
Zwischen den Romanen, das ist die Zeit, wo man blau anläuft. Der Körper verliert die Spannkraft. Man döst sich ohne Sinn und Zweck durch die Tage. Wozu auch? Äußerst komplexe Arten des Däumchen-drehens zu Erfinden kann da nicht wirklich Abhilfe schaffen.
Wie schafft der Rest der Welt das eigentlich? Ohne Schreiben zu leben? Wie läuft ein Autor – pardon, war das jetzt ein Freudscher? – ein Auto ohne Motor?
Es ist eine Art zu leben, eine Art zu denken, es ist ein Modus. Der das Leben über eine Schwelle hebt, auf eine Ebene, auf der es erst wirklich genussreich und erfüllt ist. 
Viele Schriftsteller reden vom Loch, in das man nach dem Vollenden eines Werkes fällt. Dagegen hilft ein Rezept. Nicht aufhören. Das eigentlich kein Rezept ist. Das Gegenteil ist ein Rezept. Aber eines, das nicht funktioniert. Weil es von denen stammt, die nicht so arbeiten. Weil man zu den „Normalen“ schielt und denkt, man müsste auch zu funktionieren. Dort wäre Heil zu suchen.
Mach doch erst mal Pause. Bah!
Pause wovon? Vom Leben?
Kehre zur Normalität zurück. Es gibt eben nicht nur eine Art der Normalität. Das ist es, was viele Kreative lernen müssen. Nicht auf die andere Art der Normalität zu schielen. Dazu stehen.
„Ich arbeite am Wochenende.“
„Du Armer.“
Bei solchen Kommentaren könnte ich ausrasten. Ja, auch am Wochenende empfinde ich es als äußerst befriedigend, nicht zum Stand-By-Gemüse zu werden.
Normalerweise ist meine Strategie (oder Modus oder Normalität …), dass ich mich beim Annähern an das Ende eines Projekts schon einmal mit dem nächsten beschäftige. Atmen ist ja auch ein runder, durchlaufender Prozess. Die nächste Geschichte sammelt vage Substanz. Im Idealfall hat sie nach dem letzten Strich am alten Projekt ihre kritische Masse erreicht. 
Die goldene Regel: Schreibe am Tag, an dem du dein altes Projekt beendest, die ersten Sätze deiner neuen Geschichte. Wie ein Motor, Vergaser, Kolben, alles läuft rund. Kein Aussetzen.
Und dann gibt es manchmal diese Phasen, die einen zum Innehalten zwingen. Ich hasse sie. Wer mag es schon, blau anzulaufen.
Okay. Also, die ersten Sätze.
„Sie huschten vorbei an den schweren gemauerten Gewölbebögen, die Armbrüste im Anschlag, Danak mit den Miliztruppen, und da war zunächst nur vage Düsternis in den Kammern hinter den Durchgängen. Rasch ersticktes Gemurmel, leises Rascheln, sonst nichts. Dann wurde plötzlich im Dunkel eine Laterne aufgeblendet. Ihr Licht wanderte, ihr Träger, ging wohl ein paar Schritte, um zu sehen, wer da war, und plötzlich gewannen Schatten Gestalt und rollten mit der Bewegung des Lichts gegeneinander. Geweitete Paare von Augen starrten sie aus dem Dunkel aus zusammengekauerten Leiberknäueln an, erstarrt und rund wie Froschlaich in aufgewühltem Schlamm.“
Oder aber:
„Das Meer zog ihn an. 
Das endlose Grau, die Entgrenzung, die man erlebte, wenn man sich in seinem Anblick verlor. Die Auflösung.
Er stand zwischen Klippen und dunklen porigen Felssäulen, dort wo der Sand noch feucht von der Nacht und der Flut war, und sah hinunter auf den schmalen Strand von Kamrys. Die Geräuschflut der frühmorgendlichen Stadt drang hier unten nur noch auf ein weit entferntes Wispern abgedämpft von jenseits der Klippen an sein Ohr. Ein einsames Luftschiff zog rechts von ihm übers Meer dahin, auf seinem Weg vom kumarautischen Festland her zu den Docks der Insel, und entschwand bald aus seinem Blickfeld.“
Nur noch zwei Episoden von „Hyperdrive“.
Weiter. Mehr. Besser. Atmen.
Ganztägiges Ereignis in meinem Kalender: I’m here to kick ass!!! The fuck else for?
Täglich sich wiederholend. 
Mal abschalten. My ass!



16. Dezember 2012

Jugendbilder

In der Reihe des Materials, das ich aus Frühphasen von "Hyperdrive" zusammengetragen habe, gibt es hier heute eines der ersten Bilder zu "Hyperdrive" zu sehen. 
Es handlet sich um eine Charakterstudie von Samantha Bergstrom als kleinem Mädchen.
Diese Zeichnung entstand, als es noch gar keinen Gedanken zu einem Projekt namens "Hyperdrive" gab.
Damals arbeitete ich an einem Comic namens "Brennan Moore", genauer gesagt an Fortsetzungen des veröffentlichten Bandes "Der Renegat". Es handelte sich um ein (bisher unveröffentlichtes) Prequel dieser Geschichte, in der Brennan mit Dana Bergstrom zusammenarbeitete, von der man im Laufe der Geschichte erfuhr, dass sie eine Tochter hatte, die in einem Internat untergebracht war. Ein Teenie also. Neben den Zeichnungen zu Dana entstand auch spielerisch eine Charakterstudie ihrer Tochter.
Jahre später kam ich darauf, genau diese Tochter, inzwischen erwachsen geworden, zur Hauptperson einer Geschichte zu machen, die dann "Hyperdrive" hieß. (Für die Freaks unter uns: "Brennan Moore", der Comic ist nicht als kanonisch für die Geschichten in meinem Prosa-Universum anzusehen; sie waren Vorstudien. Versionen von diesen Figuren existieren in meinem Erzähl-Universum, aber dieses Universum ist nicht das gleiche, wie das der Comics. Genauso, wie in meinem Comics eine Figur namens Darachel auftaucht. Diese Geschichte wird aber in meinem Prosa-Universum noch zu erzählen sein. Sehen wir einfach die Comics als Vorstudien.)
Hier ist sie also, die erste Zeichnung von Sam B. als kleinem Mädchen.

13. Dezember 2012

Bild gegen Wort

Es ist schon merkwürdig, wenn man alte Charakter-Sketches wiederfindet.
Zum Beispiel meine erste Skizze zu Dugan in einem alten Moleskin-Notizbuch.


Ich fand dieses Wiedersehen sehr befremdlich, denn Dugan hat sich in meinem Kopf beim Schreiben des Buches sehr verändert. Vielleicht liegt diese Diskrepanz, neben der Tatsache, dass dies eben nur eine erste, kleine tastende Skizze in einem Moment der Muße war, auch damit zusammen, dass ich damals noch gar nicht an einen Roman, sondern an einen Comic gedacht habe und daher auch das Visuelle in diesen Kategorien ablaufen musste. 
Seltsamerweise ist Schreiben für mich präziser und plastischer. Realistischer. Man sieht bei den Charakteren keine Zeichnungen vor sich sondern Menschen.
Trotzdem fand ich diese kleine Skizze interessant und wollte sie euch nicht vorenthalten.
Wie ich mir Dugan heute vorstellen würde?
Irgendwo zwischen Gerard Butler und einem dunkelhaarigen Daniel Craig. Mit Tendenz zu Daniel Craig hin. Aber irgendwie anders. Wie Dugan eben. Wie im Roman. Wie sonst?

12. Dezember 2012

Zwei Zeichnungen

Seit ewiger Zeit habe ich nur noch geschrieben und kein Zeichenzeug mehr angefasst, außer wenn ich mal was für meine beiden Mädchen zeichnen sollte. "Papa, malst du mir eine Prinzessin, die auf einem Delfin reitet?" "Papa, malst du mir ein Ballerina-Schiff?" – WTF?
Aber an diesem Sonntag habe ich meine ersten beiden Mädchen-entertainment-freien Zeichnungen gemacht. Zwei kleine Schnell-Skizzen. Zoe und Grace während sie malen.
Die möchte ich den Lesern meines Blogs nicht vorenthalten.


11. Dezember 2012

Vom Boden des Schneideraums

An den letzten Tagen habe ich einiges über die ersten Inspirationen zu HYPERDRIVE erzählt und dabei auch erwähnt, dass einiges von dem, was aus diesen ursprünglichen ersten Inspirationen erwuchs auf dem Boden des Schneideraums landete.
Heute, als Blick in die Werkstatt, gibt es einen dieser Schnipsel, die es nicht ins endgültige Buch geschafft haben.
Here we go:




Der Blitz spaltete fast horizontal die dunkle Wolkenwand, zuckte dann mit nervös verästelnden Fingern von mörderischer Gewalt gegen Boden. Vor einem Hintergrund von Blau, das sich bis zur letzten Sättigung an der Dunkelheit des Abgrunds satt gesoffen hatte. Der Donner folgte nur Bruchteile versetzt.
Regen brach auf sie herab, in unbarmherzig hartem Guss.
Obwohl sie schon in Sekunden durchnässt waren, hörte Dugan niemanden aus der Truppe fluchen, nur leise Laute der Erleichterung um ihn herum. Es goss zwar aus tintenschwarzem Himmel auf sie herab, sie wurden nass bis auf die Knochen, die Spannung aber, die sich über den ganzen langen Nachmittag aufgebaut hatte, war gebrochen und verschwunden.
Dugan sah die Gesichter seiner Leute, graue Schatten im düsteren Regenprasseln zwischen den Blitzen. 
Und mit einem Male kippte plötzlich seine Wahrnehmung um. Er sah die Welt um ihn herum von einer Sekunde auf die andere mit schwindelerregend wuchtiger Überschärfe. Der Moment schien eingefroren zu sein, wie in einen Block aus Glas gegossen. Er konnte sich in dem Diorama dieses erstarrten Moments umschauen, sich orientieren, sich all die einzelnen Eindrücke und Aspekte ansehen, ohne dass der Augenblick geflohen wäre. Sie existierten einzeln und separat, wie präparierte Wahrnehmungssplitter und doch kompakt und fest und untrennbar im Gesamtgefüge dieses zu einem einzigen Block erstarrten Moments.
– Er sah den glatten Stein der Felswände, hinter den Köpfen seiner Leute und ganz nah neben sich, in dem engen Felsdurchgang nur eine Armlänge entfernt, von den Elementen zu pittoresken Formen, Schlieren und Riefen poliert, noch immer rötlich schimmernd im Gegensatz zum Grau der Gestalten, als hätte der Stein das sengende Licht der Tage in sich eingesogen und glühe noch immer satt und träge davon wieder.
– Er sah Kaitar, die sich jetzt neben Madjai hielt, der anderen Frau der Gruppe; sie beide, deutlich befreiter und entspannter, lächelten flüchtig zu ihm herüber. 
– Er sah die nass glänzenden Flanken ihrer Reittiere, sah wie sie im Regen mit den Ohren zuckten und gehorsam und stetig weitertrotteten. 
Er atmete durch. Die Welt war wieder wie vorher, der Moment gesteigerter Wahrnehmung war vorüber, so unvermittelt wie er gekommen war. So unvermittelt und unwiderruflich, dass er hätte glauben können, es sei alles nur Einbildung gewesen, ein Streich, den ihm seine übermüdeten Sinne gespielt hatten.
Wäre da nicht das taube Gefühl gewesen. Und dieses Gefühl war noch immer da.
Aus der Luft, war er nun gewichen, der metallische Geschmack. Stattdessen war er jetzt in seinem Mund, wie eine Münze, die ihm jemand auf die Zunge gelegt hatte, schwer und fest, und eckig.
Es war auch noch beständig da, als sie auf dem im Irrgarten der Felsenschluchten verborgenen Weg endlich ihr Ziel erreicht hatten und sich durch den engen, im Dunkel des Überhangs verborgenen Spalt in den Eingangsschacht ihres Höhlenverstecks zwängten.
Es verging oder verblasste auch nicht durch Gewöhnung. Es war Zeit, nicht länger dem Wetter dafür die Schuld zu geben. Und eine überspannte Phantasie, die er womöglich dafür hätte verantwortlich machen können, hatte noch nie zu seinen Schwächen gehört.
Es war Zeit, diese Warnung anzunehmen.

10. Dezember 2012

Special Major Walser … "she began to cry as he said goodbye and sank into a dream …"

Woher bekommt der Autor seine Ideen? Eine weitere Antwort:
Alle möglichen Dinge können zu Inspirationen für Geschichten werden. Manchmal sind sie scheinbar für die Geschichte unbedeutend. Sie sind kleine Kerne, die immer mehr an Gedanken anziehen, die um ihn kreisen und ihnen so Substanz verleihen.
Hier ist der Kern, um den sich die Gestalt von Special Major Walser in "Hyperdrive" formte.
Es ist ein Song von Townes vanZandt, "Pancho and Lefty".
Es gibt viele Versionen dieses Songs, von Emilou Harris, von Steve Earle, Willie Nelson etc.
Dies hier ist die akustisch beste Version des Songs von Townes selber, die ich finden konnte.


Die hier ist die optisch interessanteste vom Komponisten:


Und hier ist noch eine, mit der mich Judith Holofernes sehr überraschte. Das hätte ich ihr nicht zugetraut.


Am Ende all des wiederholten Hörens, Singens, Hinterherträumens und Nachdenkens stand Special Major Masoud Walser, so wie er in "Hyperdrive" auftaucht.

9. Dezember 2012

Tal des Todes


Okay, wir waren unterwegs über Ridgecrest zum Death Valley auf der 178. 
Das ist nicht die normale Touri-Strecke, die geht über die 190, die schnurstracks von Westen nach Osten durchs Death Valley geht, eine schöne, grade, ausgebaute Straße.
Wir hatten in Ridgecrest in einem Diner ein richtig gutes Steak, wie man es nur in den USA kriegen kann, und fuhren los, immer die Landstraße lang Richtung Trona, das von seiner Borax-Minen lebt, durch leeres, ödes Land. Trona entpuppte sich so ziemlich als der Arsch der Welt mit klappernden Türen in verlassenen Häusern und Zaun um das Stück Land herum, als einziger Anhaltspunkt, wo Wüste endet und Garten beginnt.
Wir müssen tanken. Zwei Männer mit Bärten, einer in einer abgewetzten Latzhose vor uns an der Zapfsäule. Einer lehnt an seinem Pick-Up, sie unterhalten sich als hätten sie sich Jahre nicht mehr gesehen. Vielleicht haben sie das auch. Man glaubt, den Borax-Staub wie Patina in ihre gegerbte Gesichtshaut eingebacken zu sehen.
Die Boraxmine beherrscht alles auf der rechten Seite der Straße. Links die Hütten, Häuser, was auch immer. Fliegengittertüren baumeln quietschend in den Angeln. Warum landet man hier in Trona? Weil man hier geboren ist und es niemals geschafft hat, hier herauszukommen? Oder weil man vor irgendetwas weggelaufen ist, so weit man konnte, und weil es hier einfach nicht mehr weiter geht?
Aus der Stadt raus. Offenes Land. 
Die gebleichten Ebenen waren von zerwühltem Himmel überwölbt.
Das Unwetter hatte sich schon den ganzen Nachmittag über langsam aufgebaut. Schon kurz nach Mittag hatte ein aufkommender Wind erste Späherwolken in die blendend blaue Himmelsleere getrieben. Unauffällig; Krähen im Wind, kleine blinde Flecken im Auge der Sonne. Vor dem hohen Hintergrund aufgeschreckten, hastenden leichten Graus zogen jetzt tiefschwarze Wolkenbänke, die in ihren festen schnurgeraden Bahnen an riesige Erntemaschinen erinnerten, über die weite Wüstenebene, ließen Regenschleier in dunklen Bändern herabströmen, geduldig auf ihrem Weg die weite Fläche von Horizont zu Horizont abtastend. Wir fuhren sie Straße weiter, die allmählich zu einer zugewehten Piste wurde, immer die Bergkette zu unsrer Rechten; ein langer, bleicher Saum aus Stein bis zum Horizont hinter uns, ein langer, bleicher Saum aus Stein bis zum Horizont vor uns. Allmählich schob die dunkle Front sich darüber, und es kam ein lang sich dehnender Moment, wo Bergsaum und Wolkensaum zur Deckung kamen, wo Himmel und Erde, Berge und Wolken zu ins Negativ verkehrten Spiegelbilder  voneinander wurden. Der dunkle Wall dort oben, der bleiche Wall dort unten. 
Es sah sehr poetisch und sehr beängstigend aus. Wir wussten nicht, wie weit wir noch hatten.
Die Piste wurde schmaler und durchschnitt bergiges Gelände. Wir waren Stunden unterwegs und hatten keine Menschenseele gesehen. Die Felsen rückten näher heran, es dämmerte und wir mussten wegen der Verwehungen achtgeben, nicht von der Straße abzukommen. Von der auf der Karte angegebenen Abzweigung war keine Spur.
Als wir kurz anhielten und aus dem Auto kletterten stand das Dunkel vor uns wie eine Wand. Fahle Ränder, Abgrund blutete ins tiefe Blau. Die Luft knisterte und Fels knackte in der geladenen Atmosphäre. Was tun? Es wurde rasch dunkler. Die Nacht bricht hier in kürzester Zeit an. Wie lange noch? Hatten wir uns verirrt. Rechts ranfahren und im Auto übernachten, hoffen dass das Unwetter über uns hinweggeht?
Weiterfahren. Zwischen Felsen hindurch. War das noch eine Straße? Um einen Felsblock herum. Da kerbte eine Rinne quer die Landschaft. Eine Leitplanke. Das war die Abzweigung. 
Zwischen Felsen schlängelte sich die Piste, das Unwetter war jetzt hinter uns. Noch einmal um ein paar Felsknie herum, dann fiel die Straße ab, entwand sich der Umklammerung durch die Felsen. 
Und vor uns öffnete sich eine Ebene abwärts. Wir blickten weit über Wüstenland, durch die Neigung der Straße abwärts weiter als man es sonst könnte. Die Wüste lag wie eine weite, aufgespannte Fläche vor uns. Mitten hindurch, schnurgerade eine Straße. Die 190. Die Touri-Piste. 

Hinein und hinunter in die Wüste. Wo sollten wir schlafen? Hindurch? Auf der anderen Seite des Death Valley sollte irgendwo eine Stadt liegen. Konnten wir das schaffen? Oder sollten wir irgendwo im Auto am Straßenrand schlafen. Schnurgerade, endlose Straße, die das sich absenkende Land durchschneidet. Plötzlich mitten darin ein Meer von Lichtern. Unzählige blinkende Pünktchen in der Wüstenebene. Flackernd unter heißen Luftschichten.
Im Näherkommen erkennen wir ein Meer von Winnebagos, RVs, Truck, ein Feld von Campern. Ein Hotel am Rand. Wir fahren ran. Ein Hund lässt die Beine von der Ladefläche eines Station Wagon herabbaumeln und döst mit zuckenden Ohren in die Wüstennacht.
In dieser Nacht schlafen wir in einem Doppelbett mit Schnitzereien und den Hörnern von Longhorns auf dem Kopfende. Draußen singt jemand vor seinem Wohnwagen zu einer Gitarre .

Während der Fahrt im Auto habe ich diese Moleskin-Seite beschrieben und bezeichnet. Für die Leute, die immer fragen, woher man seine Ideen bekommt: Das war die erste Anregung, das waren die ersten Ideenfetzen zu „Hyperdrive“. Das waren die ersten Wurzeln. Daraus wurden die ersten Szenen. Bei der Überarbeitung zur Veröffentlichung landeten ausgerechnet sie auf dem Boden des Schneideraums. So ist das eben. Aber eine wunderbare Geschichte ist daraus gewachsen.
Dieser Tage geht die fünfte und vorletzte Episode an den Start.

7. Dezember 2012

Worldbuilding …


… gehört in den Anhang.


Worldbuilding ist die Hausaufgabe, die der Autor erledigt haben sollte, bevor (was nicht unbedingt zeitlich zu sehen ist) er die Geschichte erzählt. Es sollte ihr Tiefe geben, Textur, durchblitzende Lasurschichten. Es sollte aber niemals in der Geschichte sein garstiges Haupt in der Form von Infodumps erheben. (So die Lermeinung. Doch keine Regel ohne Ausnahme. Es gibt Stellen in einer Geschichte, in der zunächst einmal ein paar Erklärungen kommen müssen. Um ein bestimmtes Thema zu klären und vom Tisch zu bekommen. Damit man mit der Geschichte weitermachen kann. – Außerdem ist Infodumping erlaubt, wenn man es in einer Form macht, die spannend und ergreifend ist. Neal Stephenson kann das manchmal. Es ist ein Hauptmerkmal seines Stils. Es ist aber auch das, woran sich bei ihm die Geister scheiden.)
Diesmal, bei „Hyperdrive“ und heute bin ich dieser Lehrmeinung gefolgt.
Ich habe einen Text geschrieben mit dem Titel „Geschichte der Panhumanas“.
Wer sich also während der Lektüre von „Hyperdrive“ gefragt hat, was es mit der UON, der Neuen Föderation Terramarani oder der Anthrochora auf sich hat, findet hier seine Antworten. Er gibt Auskunft darüber, wie es zu dieser Zukunft gekommen ist und wie sich diese Welt in ihrem Gefüge gestaltet. Was es mit dem Affinitätencrash auf sich hatte, was Affinitätsdämpfer sind, was die Heteromonie ist und wieso ihr Auftauchen kriegerische Handlungen provozieren kann, was sie mit der Bildung des Staatenbündnisses der Anthrochora zu tun hat.
So, damit habe ich nun „Hyperdrive“ für mich persönlich wirklich und tatsächlich abgeschlossen. Ich habe für mich die losen Enden verknüpft, indem ich das in Worte fasste, was in der Geschichte keinen Platz finden durfte (oder herausgeschmissen wurde). Die Welt hat einen Rahmen erhalten. Ich bin zufrieden.
In welchem Zusammenhang dieser Text veröffentlicht wird, werde ich in der nächsten Zeit entscheiden. Und natürlich werdet ihr es hier als erstes erfahren.

6. Dezember 2012

Hyperdrive, Episode 4




Okay, Rechtschreibfehler und Vertipper möge man mir verzeihen und schreibe es dem guten, dunklen Salvator-Bier zu, das meine werte Gattin sich ausdrücklich zu den scharfen Muscheln mit Speck und Blutwurst und Piri-Piri gewünscht hat – somit dürfte klar sein, wem die Schuld an all den Vertippern zuzuschreiben ist. Wozu heiratete man schließlich?!
Aber zum Thema:
„Hyperdrive: 4 Das Mal“ ist erschienen.
Die vierte Episode ist raus, zwei stehen noch aus. Und ich beabsichtige beide noch in diesem Jahr rauszubringen.
Heute habe ich die letzten zusätzlichen Absätze von „Hyperdrive“ geschrieben; das Projekt ist abgeschlossen. Jetzt warte ich nur noch auf die Cover der letzten Episoden, dann ist dieses Projekt für mich abgeschlossen. Die Arbeit daran hat das Buch auf seine bestmögliche Form gebracht. Die Verbesserung ist deutlich merkbar und sehr befriedigend. Trotzdem war diese Erfahrung nicht so, wie die, ein neues Buch zu schreiben. Dann taucht man vollständig ein, es ist wie dein Rausch, man ist im Buch. Jetzt, bei der Bearbeitung von „Hyperdrive“ habe ich außen vorgestanden, habe von außen eingegriffen, habe gestrichen, gekürzt, zusätzliche Szenen geschrieben. Alles sehr gut. Aber ich habe das Buch nicht erlebt. Ein Buch zum ersten Mal lesen kann man nur einmal. Es schreiben auch nur einmal.
Ich freue mich darauf, etwas Neues zu schreiben , wieder in eine neue Welt, in eine neue Geschichte abzutauchen – mit allen Sinnen. Mit meinem ganzen Wesen.
Ein wenig beneide ich den Leser, der dieses neue frische Erlebnis beim Lesen von „Hyperdrive“ hat. 
Episode 4 ist die letzte, bevor die Geschichte wirklich in den Hyperdrive schaltet, bevor die Non-Stop-Action losgeht. Bevor der Teil anfängt, bei dem ich an dem Tag, als ich anfangen sollte ihn zu schreiben, keine Ahnung hatte, was zur Hölle da passieren sollte, wie meine Hauptpersonen das auf die Reihe kriegen sollten. Dieser Teil, Episode 5 und 6, war einfach wie ein freier Fall, wie sich aus der Flugzeugluke fallen lassen, in der Hoffnung, dass dir irgendjemand schon einen Fallschirm aufgeschnallt hat.
Ich beneide den Leser um dieses Erlebnis. Das erste Mal.
Aber es wird noch viele erste Male geben. Mit jedem neuen Buch.
Was kommt als nächstes?
Leichtsinnig habe ich „Homunkulus“ angekündigt. Die Geschichte, die fünf Jahre nach dem Ende von „Ninragon“ spielt. 
(Demnächst gibt es einen Teaser.)
Aber es könnte auch gut sein, dass sich in der nächsten Zeit die Bedingungen ändern und dass das nächste Projekt „Sphärenbrand“ heißt und 400 Jahre nach „Ninragon“ spielt. Was sind schon ein paar Jahre unter Freunden. Und dann werden wir gemeinsam etwas genauer die Duerga kennenlernen, ebenso die Karnatheser-Gilde. Und wir werden zum ersten Mal miteinander das Festungslabyrinth von Moratraneum erkunden, den Ort an den sich der Erbe des Drachen zurückzog und jahrelang von den Kräften Idiriums belagert wurde, an dem der Elmssog seine Kraft entfaltete und die Realität veränderte.
Doch zunächst:
Hyperdrive – Episode 4: Das Mal. 
Four out, two to go.
Join me for the ride.

Die Ninragon-Trilogie – 5 Jahre vor dem nächsten Roman oder 400 – findet ihr hier:
„Die standhafte Feste“ http://amzn.to/QhC6dz
„Der Keil des Himmels“ http://amzn.to/NLiI9C
„Der Fall der Feste“ http://amzn.to/QN0YaG

Leseproben zum Reinschnuppern, neben den obligatorischen zum Runterladen auf Amazon, findet ihr hier: 
„Krähen, zerfetztes Banner“ als Leseproben aus Ninragon 1: http://bit.ly/T8NJF4
und „Das Herz der Zivilisation“ als Leseprobe aus Ninragon 2: http://bit.ly/MkCzIt,
außerdem „Im Feuer“ aus Ninragon 1: http://bit.ly/ORFmJv
und „Drachenraunen“ aus Ninragon 1: http://bit.ly/SdR43h

Die ersten drei Episoden meines Roman-Serials „Hyperdrive“ gibt es hier:
Episode 1: Der Rebell http://amzn.to/Qmy19P
Episode 2: Kronos Schatten http://amzn.to/RYo1lc
Episode 3: Baijaku http://amzn.to/U2eue3




4. Dezember 2012

Conan gegen Sauron


Conan gegen Sauron?
Nie im Leben!
So ein Szenario werden wir nicht sehen.


J.R.R Tolkien und Robert E. Howard, die Autoren von „Herr der Ringe“ und „Conan“ gelten als die Urväter des Genres. Obwohl sie in ihren Werken insofern nahe beieinander liegen, als sie Geschichten geschaffen haben, die in fiktiven Welten spielen, in denen es archaisch zugeht und Magie real existent ist, beide sogar so weit gehen, zu der Welt, in der ihre Geschichten angesiedelt sind, fiktive Historien zu schreiben, unterscheiden sich Mittelerde und das Hyborische Zeitalter doch fundamental voneinander. So sehr, dass man sagen kann, dass sie die beiden Seiten einer Münze definieren.
Nennen wir das, was Tolkien in seinen Büchern geschaffen hat „Epic Fantasy“. Tolkien stürtzt sich hierbei stark auf Mythen und Überlieferungen, ja, er hatte sich in den Kopf gesetzt mit seinem Werk einen britischen Mythos analog zum finnischen National-Epos, dem Kalevala zu erschaffen. Und so hört man die alten nordischen Mythen, die Sagas, die Edda, die Nibelungen durch die Seiten seiner Bücher rauschen.
Howard beschreibt ebenso eine Zeit, die im Dunkel der Mythen versunken ist, doch seine Helden stammen keineswegs aus alten Überlieferungen. Er findet die Vorbilder für seine Protagonisten unter die Arbeiter auf den Ölfeldern seines heimatlichen Texas, die Wanderarbeiter und Cowboys, harte, abgebrühte Kerle, von denen gewiss kaum einer gegen all das Böse in der Welt kämpfen wollte.
Robert E. Howard bediente verschiedene Genres, er schrieb Western, Horror, Boxer-, Detektiv- und Piratengeschichten. Seine Lieb galt aber der historischen Erzählung, doch konnte er in diesem Markt nicht Fuß fassen. Also hatte er die geniale Idee, seine eigenen historischen Erzählungen in ein fiktives Zeitalter zu verlegen und das Element des Phantastischen hinzuzufügen. Dadurch konnte er Pulp-Magazine wie „Weird Tales“ beliefern, wurde in der Folge mit seinen Conan-Geschichten bei den Lesern sehr populär und zog eine Spur von Nachahmern nach sich.
Seine Welten sind also nicht aus den Sagas und Mythen erwachsen sondern aus dem Western, der historischen Novelle und dem Kriminalroman.
Conan ist eher den Hauptfiguren aus Chandlers hard-boiled Crime Fiction verpflichtet als den Recken der nordischen Sagas. Charles Hoffmann prägte das Wort „Conan der Existenzialist“.
Können wir uns Phillip Marlowe vorstellen, wie er eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten um sich sammelt, um gegen das Böse in der Welt zu kämpfen?
Das von Howard geschaffene Genre Sword & Sorcery kann man also als den Dreckigeren, Realistischeren der Gebrüder Fantasy ansehen.
Lange Zeit wurde es durch die märchenhaften Epen in der Nachfolge Tolkiens verdrängt, wie Terry Brooks Shannara-Romane und die Werke anderer Epigonen. Doch in den letzten Jahren erlebt das Genre „Sword & Sorcery“ eine Renaissance. Es erscheinen Anthologien zu den Begründern des Genres, ihre Werke werden in Gesamtauflagen neu aufgelegt (wobei mir immer noch eine gute Gesamtausgabe von Fritz Leibers Erzählungen um Fafhrd und den Grauen Mauser fehlt). Außerdem startete eine ganze Welle von neuen Autoren, die die Fantasy erneuerten und starke Elemente der Sword & Sorcery einfließen lassen. Geschichten von ihnen finden sich folgerichtig auch in den neuen Anthologien zu diesem Genre.
Ein Satz hat mir in diesem Zusammenhang besonders gefallen. Er steht als Motto über dem Vorwort einer dieser Anthologien:
„Bitte geben Sie Ihren Dunklen Herrscher beim Pförtner ab.“
Conan käme nie auf die Idee gegen Sauron zu kämpfen. Eher würde er sich diskrer – oder weniger diskret – erkundigen, was denn im Sold des Herrn von Barad-Dûr so herausspringt. Er ist viel zu sehr damit beschäftigt, dem Leben das abzutrotzen, was er sich an Annehmlichkeiten wünscht – unter anderem genug Geld für Wein, um die Anfälle düsterer Melancholie darin zu ertränken.
An diesem Punkt wird sich vielleicht der eine oder andere Leser fragen, was das alles mit mir zu tun hat.
Zufällig lebt ein Roman, den ich geschrieben habe, die Trilogie „Ninragon“ von der Kollision dieser beiden Enden des Spektrums – Epic Fantasy trifft Sword & Sorcery.
Mein Protagonist Auric ist gewissermaßen ein Held, welcher der Sword & Sorcery entsprungen ist. Er ist zwar ein Barbar, aber wahrhaftig kein tumber. Er ist hochintelligent, gebildet und belesen. Man kann ihn auch als Kommentar auf Conan lesen. Er kämpft wie jeder gute Held der Sword & Sorcery um seine nackte Existenz und für seinen Lebenstraum. Nur ist seiner nicht der Thron eines Königreichs, so dass für ihn genug Reichtum abfällt, dass er seine Tage mit Wohlleben, Alkohol und schönen Frauen verbringen kann. Auric träumt von einem Leben als Gelehrter. Davor steht allerdings das Erbe seines Vaters, dass seinen Lebensweg immer wieder in martialische und gewalttätige Bahnen lenkt.
Leider erkennt dieser Held der Sword & Sorcery erst sehr spät, dass er immer mehr in das Szenario einer Epic Fantasy verstrickt wurde. Wie kann eine einzelner Mensch darin bestehen? Greift er den dunklen Herrscher an oder versucht er sich aus dem Staub zu machen, irgendwo eine Ecke zu finden, wo er sein Leben gemäß seinen Vorstellungen genießen kann?
Versucht er das Epic-Fantasy-Szenario und seine Rolle darin zu begreifen oder verschließt er die Augen davor?
Was würden wir an seiner Stelle tun?
Vielleicht würden wir uns erst einmal eine stille Ecke suchen und überdenken, wie wir unsere Rolle in diesem Szenario neu schreiben können. Wie wir unsere eigene Geschichte erfinden können. Wie wir uns selbst neu erschaffen können.
Eine große Bücherei kann dabei schon hilfreich sein. Und Zeit, viel Zeit. Und Vorstellungskraft und Willensstärke.
Wie kann die geschmiedet werden? Wie können wir unser Leben erschaffen?

26. November 2012

Hyperdrive 3.27 … oder so …



Das ist die Titel-Illustration. Ist sie nicht großartig?
Die Vorlage ist von Angela Harburn, und sie wurde von Martin Schlierkamp in bewährt großartiger Manier bearbeitet. Das heißt, er hat dem Bild erst diese Farbstimmung gegeben und eine Patinaschicht darübergelegt, die es wie eine vollgespachtelte und mit Texturen übersäte Leinwand wirken lässt.
Damit ist also auch die dritte Episode von „Hyperdrive“ draußen.
Und mit ihr jener Text von mir, der wohl am meisten überarbeitet wurde.
Es hat einen ersten Textkorpus gegeben, einen ersten tastenden Versuch, Szenen zu schreiben, die den Weg für meinen ersten Roman weisen, ihn als Geschichte definieren würden. Denn „Hyperdrive“ war mein erster Roman, mein erster Versuch reinen Prosa (keine Comics, ohne Bilder) zu schreiben überhaupt.
Danach habe ich all das von mir Produzierte dann gesichtet. Mittlerweile sah schon ich klarer, wie der Roman aussehen sollte. Und es gab auch erste Reaktionen auf meine ersten Schreibversuche. Entsprechend habe ich dann den Text umgestaltet, Szenen überarbeitet, an die richtige Stelle gerückt, neue dazugeschrieben. Der Bauplan stand fest, der Roman schritt fort.
Erste Fassung fertig ging sie an ein paar Probeleser raus.
Konstruktive Kritik. Spiegeln dessen, was man in seinem Geist entworfen hat, am Leser.
Langes Wälzen der Reaktionen. Überlegen, was davon für mich relevant ist, was nicht. Was den Kern trifft.
Dann danach die zweite Fassung. Gekürzt, neue Teile eingeschoben, eine Sequenz signifikant erweitert, fast eine eigene kleine Handlung, umgeschrieben, Logikbrüche geglättet, Motive zusammengefasst und verknüpft.
Dann war die zweite Fassung fertig, von der mir die Reaktion weiterer Probeleser bestätigte, dass sie eine wesentliche Verbesserung darstellte. Eine Kritik hat mir besonders geschmeichelt. Ein Freund, der keine Zeit für Bullshit was Bücher betrifft hat, und der nur im Urlaub die Muße hat, wirklich einmal am Stück zu lesen, nahm „Hyperdrive“ und Richard Morgans „Unsterblichkeitsprogramm“ mit auf die Reise und meinte hinterher, beide Bücher hätten ihm gefallen, meines aber mehr als Morgans; „Hyperdrive“ hätte ihn regelrecht begeistert. Als Fan von Richard Morgan ist das natürlich das allergrößte Kompliment für mich. Wenn auch das andere Publikum, ähnlich wie dieser individuelle und sicher subjektive Leser,  mein Buch in die gleiche Kategorie einordnet wie Richard Morgan, bliebe mir nichts mehr für dieses Buch zu wünschen übrig.
Außer vielleicht, dass es mir, genau wie „Das Unsterblichkeitsprogramm“ Richard Morgan, einen Filmdeal einbringt.
Danach war erst einmal Pause für „Hyperdrive“. Das Manuskript lag da und wanderte, als ich dann einen Agenten fand, auf seinen Schreibtisch. Die Kunde kam aus den Verlagskreisen zurück: Science Fiction verkauft sich nicht in Deutschland. Pythia hatte gesprochen.
Daraufhin lag das Manuskript wieder für einige Zeit herum.
Bis ich dann erkannte, dass ich zur Veröffentlichung als eBook nicht die Legitimation eines Verlages brauchte und mich – dank der Gnadenlosigkeit meines Lektors, der seine Rolle perfekt ausfüllte und als mein schlechtes Gewissen fungierte (siehe vorherige Blogposts) – an eine weitere Überarbeitung des Manuskripts machte, um es in die bestmögliche Form zu bringen.
Wieder wurden diese Textstellen, die mittlerweile einen Teil von Episode 3 ausmachen, überarbeitet.
Sie sind tatsächlich die von mir am meisten überarbeiteten Passagen, die ich jemals geschrieben habe.
Als ich sie durchlas, einige der ursprünglichen Versionen und die neue Version, wurde mir klar, auf wie viele unterschiedliche Arten man eine einzige Geschichte erzählen kann.
Ich habe sehr szenisch angefangen. Mit einer Person, mit Szenen, die diese Person umkreisen und sie in verschiedene Zeitebenen hinein verdeutlichen. Ich hatte damals etwas Ähnliches im Sinn, wie es wohl James Owen, ein amerikanischer Comic-Zeichner und Bekannter mit dem ersten Zyklus seiner Serie „Starchild“ gemacht hat. Wer ebenfalls Comic-Leser in der Zeit war, als diese Comics herauskamen, in den 90er Jahren, wird genau verstehen, worüber ich im Folgenden spreche. In jedem dieser Einzelhefte verfolgt James Owen eine Art zyklisches Erzählen, das von einer Ursprungssituation ausgeht, sie ausleuchtet, ihre Gründe und die Ereignisse, die zu ihr führten, darlegt, um schließlich wieder an den Ausgangspunkt zurückzukehren. Und im nächsten Heft erneut anzusetzen.
Ich und James haben uns auf dem Comic-Con in San Diego kennengelernt, miteinander kommuniziert und uns immer wieder in regelmäßigen Abständen getroffen. Und wir haben uns auch wohl gegenseitig beeinflusst. James war ein großer Fan meiner Zeichnungen und ließ sich von ihnen inspirieren, als seine Erzählung das Setting wechselte, zu einer großen, wuchernden Stadt hin. Das war der Zyklus „Mythopolis“. Es gab zum damaligen Zeitpunkt sogar Pläne, dass er meinen Comic „Brennan Moore“ als Serie publizieren wollte. Dann nahm das Leben für ihn ein paar unerwartete Kurven. Über 200 unveröffentlichte Seiten von „Brennen Moore“ liegen heute immer noch bei mir im Schrank.
Und er ist seltsamerweise heute auch zum Autoren von Romanen geworden. Seine Bücher, unter anderem „Die Chroniken der Imaginarium Geographica“ findet ihr hier: http://amzn.to/TZnfDq. Seinen Blog „The Wonder Cabinet“ findet ihr hier: http://coppervale.livejournal.com.
Okay, zurück zum Thema.
In einer weiteren Fassung waren dann die Szenen in verschiedenen Zeitebenen geschichtet, die sich miteinander abwechselten.
Die scheinbar „letzte“ Fassung hatte von der Plotlinie einige kunstvoll ineinander verschlungene Zeitschleifen.
Diese habe ich dann in der jetzigen Fassung zugunsten besserer Lesbarkeit aufgeschnürt. Die entsprechenden Szenen sind jetzt rein linear und sequenziell erzählt. Da musste natürlich einiges aufgedröselt werden.
Was das bessere Buch ist?
Die Frage ist müßig. Das bessere Buch für wen?
Für mich ist die Antwort auf diese Frage klar: Das bessere Buch für den Leser.
Er soll es verstehen und genießen können. Er soll nicht in Rätsel gestürzt werden von einem angesichts seines privilegierten Einblicks in das Werk hohnlächelnden Autor. Kein Versteh-oder-Stirb. Ein Buch sollte kein Wettbewerb sein, wer den höheren IQ oder Durchblick hat. Ein Buch sollte Nahrung für die Seele sein. Und ich war noch nie ein Verehrer jener Küche, in der sich das Hauptgericht unter einem Salatblatt versteckt. 
Die Frage ist nie: Hätte ich es noch geheimnisvoller, noch verrätselter und verschlüsselter, daher noch „anspruchsvoller“ machen können? Das ist anmaßend. Da passt dann perfekt das Wort prätentiös. 
Die Frage ist immer: Hätte ich es durch eine weitere Überarbeitung noch klarer, noch verständlicher, noch zugänglicher machen können?
In diesem Sinne ist die jetzige Version von „Hyperdrive“ das beste Buch, das ich zur Zeit daraus machen kann.
Ich wünsche allen viel Spaß beim Lesen.


Leseproben zu „Hyperdrive“ (neben den obligatorischen bei Amazon) findet ihr hier:

Die drei bisher erschienen Episoden von „Hyperdrive“ sind hier erhältlich:

20. November 2012

Im Feuer


Unsere kleine Leserunde zu „Ninragon“ weckt momentan viele Erinnerungen.
Wie weit ich von der Zeit weg bin, in der ich „Ninragon“ geschrieben habe, fiel mir auf, als mich einer der Leser auf die Bedeutung von Glen Cooks „Black Company“-Romanen für meine eigene Geschichte ansprach. Und ob die „Black Company“ nicht auch neben „Conan“ und „Der Herr der Ringe“ in die Meta-Ebene von „Ninragon“ eingegangen ist.
Spontan habe ich dem nur eingeschränkt zugestimmt. Aber dann, nach einigem Nachdenken, fiel mir auf, wie viel näher die Teilnehmer dieser Leserunde (zumindest zeitlich) am Text dran sind; für mich ist das schon wieder alles lange her. Aber angeregt dadurch habe ich mich wieder in diese Zeit vertieft, und viele Erinnerungen kamen hoch.
Nicht nur an die Lektüre der „Black Company“, auch an diese ganze wilde, verrückte und wunderbare Zeit.
Unsere Mädchen waren eben erst geboren. Sie waren noch kleine Frischlinge, die man fast auf der Hand herumtragen konnte. Zoe hatte einen Iro, der aussah, als wäre er von einem japanischen Star-Friseur geschnitten worden. Unsere Nächte waren kurz und durchbrochen von den Aufwach- und Hungerphasen zweier Babies, natürlich zeitversetzt – die beiden konnten sich noch nie auf etwas einigen.
Es war ein heißer Sommer. Wir waren tagsüber mit den Kindern meistens draußen im Garten, wenn es sich machen ließ. Brian, der beste Hund der Welt, zog sich japsend über die kühlen Fliesen. Wir grillten viel. Einerseits weil ich Grillen liebe und es für mich etwas Zen-gleiches hat, zum anderen – hey, es ist heiß, es ist Sommer, was macht man da anderes als etwas auf den Grill werfen, beim Feuermachen Bier trinken (gut und unerlässlich für deinen Mojo) und Windeln wechseln. Eintopf und Aufläufe kochen etwa?
Es gibt ein Bild von mit mit freiem Oberkörper – weil man es sonst nicht aushielt –, wie ich auf jeder Schulter ein Mädchen auf der Terasse trage. Wow, so klein waren die. Das könnte ich heute auch nicht mehr bei Grace und bei Zoe, dem langen Gerät.

Die Sonne brannte, der Grill brannte, und ich schrieb „Im Feuer“.
Ich war übernächtigt, ich war auf körpereigenen Meine-zwei-tollen-Babytöchter-Drogen, ich war auf Adrenalin, und meine Synapsen feuerten wie verrückt. Auric und seine Horde rannte durch einen fremdartigen Urwald und die Brandgeschosse der Elfen donnerten auf sie herab. Sie waren vollgeknallt bis zum Scheitel mit Rott und ich war wohl auch auf irgendetwas seltsamen Sinneserweiternden.
Die Mädchen bekamen, wenn ich und Kirsten drinnen waren, in der Wippe unter unseren Arbeitstischen Funk und Soul gedröhnt und groovten mit. Das Jugendamt hatte keinen blassen Dunst, und wir alle gingen durch die ersten Monate unseren seltsamen, neuen, wunderbaren Beziehung miteinander. Obwohl in mir immer wieder den Verdacht aufkam, dass diese Beziehung nicht so neu sein konnte.
Ich hackte die Zeilen wie verrückt in mein Lap, dann wieder runter in den Garten zu meinen drei Mädchen, wo immer noch die Sonne wie ein Hammer auf einen Amboss dröhnte, die Worte gingen mir im Kopf rum, neue drängten nach, mischten sich, verschoben sich. Wieder hoch ans Lap, weil es in mit loderte. Alten Absatz bearbeiten, neuen rein. Der Text wächst, die Worte brennen, ein Inferno nimmt Gestalt an. Grillen, meine drei Mädchen, Essen, wieder krachen Sätze rein in meinen Schädel, ans Lap, reingehackt.
Schreiben ist Rock’n’Roll auf Papier.
Das galt ganz besonders zu dieser Zeit.
Das war purer, reiner, dreckiger Rock’n’Roll. Als könnte ich die Menge in einem Stadium den Refrain mitgrölen hören, und die Amps befeuerten mich von hinten mit fettem Druck. Im Feuer.
Die ganzen Absätze über den Dschungelkampf um die Kinphauren-Festung Jhipan-Naraúk entstanden wie in einem Rausch.
Ja, und ich erinnere mich, die Black Company war dabei. Die alten Dreckfresser. Croaker mit seiner kampfesmüden, lakonischen Sprache, in der doch hinter jedem verkürzten Satz, hinter jeder Auslassung so viel Emotion steckte.
Es war eine großartige Zeit.
Danke, Minkey, Dude, ihr Jungs aus der Leserunde, dass ihr mich wieder dsran erinnert habt.
Ich freue mich schon darauf, wieder in diese Welt von „Ninragon“ zurückzukehren.

Howdy!
See you on the Range.

Horus


So, und die drei Roman, die dabei herausgekommen sind, die Ninragon-Trilogie findet ihr hier:
„Die standhafte Feste“ http://amzn.to/QhC6dz
„Der Keil des Himmels“ http://amzn.to/NLiI9C
„Der Fall der Feste“ http://amzn.to/QN0YaG

Leseproben zum Reinschnuppern, neben den obligatorischen zum Runterladen auf Amazon, findet ihr hier: 
„Krähen, zerfetztes Banner“ als Leseproben aus Ninragon 1: http://bit.ly/T8NJF4
und „Das Herz der Zivilisation“ als Leseprobe aus Ninragon 2: http://bit.ly/MkCzIt,
außerdem „Im Feuer“ aus Ninragon 1: http://bit.ly/ORFmJv
und „Drachenraunen“ aus Ninragon 1: http://bit.ly/SdR43h

12. November 2012

Was will der Autor uns sagen?


Es gibt derzeit eine interessante Leserunde zu „Ninragon“ im Forum der äußerst empfehlenswerten Seite fantasybuch.de. Es ist eine kleine aber feine Runde, zu der ich dort eingeladen wurde, und als ich mir die ersten Beiträge angeschaut habe, bin ich mit Freude dieser Einladung gefolgt. 
Ich habe mit Vergnügen die Interpretationen verfolgt und habe mich gefreut, wie viel von dem, was von mir aus in das Buch eingegangen ist, dort verstanden wurde. Zum Teil hat das Ganze ein sehr hohes Niveau, und es erfüllt mich mit Freude, etwas geschaffen zu haben, was einige Menschen so tief und nachhaltig beschäftigen kann.
Wobei ich immer wieder betonen muss, dass all diese Bedeutungsebenen und Metaebenen nicht das Wesentliche sind.
Das Wesentliche ist die Ebene der Geschichte, die unterhält, spannend ist, im günstigen Fall den Leser gefangen nimmt und nachhaltig in die Gedankenwelt der Geschichte abtauchen lässt, in die Figuren eindringen, mit ihnen fiebern und spekulieren lässt. All das andere mag der entdecken, der Geschmack daran findet. Er ist herzlich willkommen; ich freue mich über jeden, denn ich habe viele Gedanken und noch mehr Gefühle, Instinkte und Intuition in diese Geschichte gesteckt. Es ist wie bei einem guten Bier. Manche davon haben einen sehr komplexen Geschmack, der sich erst nach und nach im Gaumen entfaltet und bei dem verschiedene Noten einander überlagern. Es sollte uns allerdings munden. Ein Bier, das komplex scheußlich schmeckt, will niemand trinken.
Das ist die Arbeit des Autors: Er strickt ein Garn, entwickelt ein Geflecht, das komplex genug ist, die Aufmerksamkeit zu fesseln und die Arbeit und Zeit, die der Leser in die Lektüre steckt, mehr als rechtfertigt. Er entwirft den Plot, er legt die Figurenkonstellation fest, er erfühlt ihre Bedeutungen und Beziehungen in der Geschichte und in den verschiedenen Ebenen, lässt sie schillern. Er steckt seine Arbeit, seine Persönlichkeit, seine Ratio, seine Emotionen, seine Seele, seine Instinkte, seine Intuition hinein. Dabei webt er langsam eine komplexe Aussage, die sich in eine Geschichte kleidet. Könnte er sie in etwas anderes fassen, in einen kurzen Absatz oder ein Essay, würde er das vielleicht tun. Doch er hat andere Arten zu denken. Narrative. Er denkt in Geschichten. Er hat eine Figur, eine Situation, einen Konflikt als Vorwurf, als Projektionsfläche. Am Widerstand dieser Geschichte, dieses Themas arbeitet er sich ab. Es soll nicht nur passieren. Das würde keinen fesseln. Sinnlose Abläufe hintereinander gestellt, egal wie viele Explosionen sich dabei ereignen, halten keinen Leser bei der Stange. Es muss passen. Es muss sich fügen.
Hier sagen einige Heldenreise.
(Wobei zur Heldenreise einiges zu sagen wäre; ich denke sie ist von vielen missverstanden worden. Sie ist kein Rezept, sie ist ein Vokabular.)
Ich dagegen sage Seelenreise. Am Widerstand der Geschichte, am Zwang, dass alles passen muss, taucht der Erzähler ab in seine eigene Seele. Wie die Geschichte aussehen muss, damit sie passt, das kann nur er beantworten. Die Gültigkeit, die Validität der Geschichte ist seine Wahrheit. Die beantwortet kein Schema. Die Geschichte stimmt, wenn er sagt, das sie stimmt. Viel Mühe und Zeit geht in diesen Prozess. (Ein guter Lektor hilft ihm dabei. Er hilft ihm herauszufinden, ob er wirklich an dem Punkt ist, wo er sagen kann, dass die Geschichte stimmt. Ein guter Lektor ist das schlechte Gewissen des Autors, und er hilft dem Autor, mit seinem Gewissen ins Reine zu kommen.) Die Geschichte stimmt, wenn der Autor sagt, dass sie stimmt. Sie ist seine Wahrheit. Er enthüllt sich in ihr selber. Er schreibt sich selber in ihr.
Er interpretiert sein Thema.
Und damit ist dann auch mit dem Interpretierten Schluss. 
Er hat seine Arbeit hereingesteckt, er hat sie aus der Hand gelegt. 
Damit hat er auch das Recht auf Wahrheit aus der Hand gegeben. Alles, was er an Wahrheit zu geben hatte, liegt in der Geschichte.
Ab jetzt hat er genauso viel Recht auf eine Meinung zu seiner Geschichte, wie jeder andere. Und die Interpretation eines jeden anderen ist genauso viel wert wie seine. 
Er hat die Geschichte abgegeben. Die Möglichkeit, sich selber in die Geschichte hineinzulegen, Aussage hineinzulegen hat er hinreichend gehabt.
Der Autor hat die interpretatorische Lufthoheit aus der Hand gegeben.
Er kann und muss jetzt ab jetzt nicht mehr verstanden werden. Jeder soll das Buch für sich lesen und es zu seinem eigenen machen. Jede Meinung ist legitim. Jede Meinung ist gut. Die des Autors ist nur eine unter vielen. Sei Job war, ein Gewebe zu schaffen, das zu vielen Meinungsgeflechten Anlass geben kann. (Kann. Denn jeder, der das Buch auf der reinen Handlungsebene als spannende Unterhaltung lesen will ist von diesem Autor herzlich dazu eingeladen. Ich liebe spannende Bücher!)
Das Wort Interpretation ist vielen seit der Schulzeit herzlich gegällt. Ich kann das nachvollziehen, auch ohne in meiner Schulzeit in dieser Hinsicht schlechte Erfahrungen gemacht zu haben – ganz im Gegenteil. Aber diesem Wort hängt der Ruch des Klinischen an.
Statt von Interpretieren spreche ich lieber vom Aneignen eines Buches.
Jeder Leser eignet sich ein Buch an. Der Autor steht dabei manchmal nur im Wege. Dass ein Autor verstanden werden kann oder muss, ist ein literaturwissenschaftlicher Mythos.
Was also will der Autor, was will der Autor der „Ninragon“-Trilogie uns sagen?
Tja … 
Das frage ich euch, liebe Leser.

(Hmmm … Wobei ich eigentlich etwas ganz anderes erzählen wollte. Na, dann beim nächsten Mal.)

Die Ninragon-Trilogie findet ihr hier:
„Die standhafte Feste“ http://amzn.to/QhC6dz
„Der Keil des Himmels“ http://amzn.to/NLiI9C
„Der Fall der Feste“ http://amzn.to/QN0YaG

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„Krähen, zerfetztes Banner“ als Leseproben aus Ninragon 1: http://bit.ly/T8NJF4
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außerdem „Im Feuer“ aus Ninragon 1: http://bit.ly/ORFmJv
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